Auch flussabwärts wird Hilfe benötigt …

Auch flussabwärts wird Hilfe benötigt …

Im kleinen, abgelegenen Dorf Pángala, gut 100 Kilometer südlich von Istmina gelegen, entsteht ein Essenspavillon für die Schülerinnen und Schüler der dort ansässigen Schule. Damit der dringend benötigte Bau realisiert werden kann, leistet CASA HOGAR hier ab sofort Unterstützung.

Wer nach Pàngala reist, muss sich auf eine beschwerliche Reise gefasst machen. Das kleine Dorf am Ufer des Río San Juan ist nur über Wasser erreichbar. Von Istmina aus dauert die Bootsfahrt ganze fünf Stunden. Immer flussabwärts, durch von Guerillagruppen dominiertes Gebiet.

Die Abgelegenheit des Dorfes bewahrt ihre Bewohner aber nicht vor den Problemen, die auch andernorts im Chocó vorherrschen. Im Gegenteil. Die verarmte, zum größten Teil indigene Bevölkerung des Bezirks „Litoral del San Juan“ leidet stark unter den gewalttätigen Konflikten rivalisierender Guerillagruppen und der Staatsmacht.

Inmitten dieser Probleme leitet Javier Sarco die „Institución Educativa Santa María de Pàngala“, eine Schule mit aktuell zehn Lehrern für mehr als 360 Schülerinnen und Schüler. Finanziert wird die Bildungseinrichtung durch staatliche Mittel. Diese reichen für eine Grundversorgung der Schülerinnen und Schüler mit Lehrmitteln und Mittagessen gerade so aus, nicht jedoch für darüber hinausgehende und teilweise ganz basale Ausstattung wie zum Beispiel für einen Ort für das gemeinsame Mittagessen. Zumindest das wollen wir ändern.

Im Austausch mit Schuldirektor Sarco, der durch unseren beherzten Mitstreiter Padre Jonjhairo initiiert wurde, stellten wir schnell fest, dass CASA HOGAR bereits mit überschaubarem Mitteleinsatz große Hilfe vor Ort leisten kann. Durch unsere Zusage den Bau eines Essenspavillons finanziell zu unterstützen, geben wir der Bildung junger Menschen in Pángala nun einen geschützten Raum. Damit starten wir kein zweites Großprojekt, an dem wir uns womöglich verheben können. Vielmehr senden wir ein kleines Zeichen der Solidarität nach Pángala.

Was bedeutet das konkret? CASA HOGAR hat sich entschlossen die Baukosten des geplanten Pavillons zu tragen, insgesamt voraussichtlich 6000 Euro. Hauptsächlich fließt das Geld in die Beschaffung von Baumaterialien, wobei die ganze Dorfgemeinschaft selbst einen Großteil der Materialien beisteuert und außerdem aktiv und tatkräftig beim Bau mithilft. Um einen fachgerechten Ablauf zu gewährleisten, engagieren wir darüber hinaus eine externe Bauingenieurin, die Pángala regelmäßig besuchen wird. (Eine Bauaufsicht zahlt sich aus; wir haben aus unseren Fehlern gelernt.) Zudem sind vor Ort ein Vorarbeiter und zwei qualifizierte Arbeitskräfte angestellt, die die lokalen Unterstützer anleiten werden. Architektonisch orientiert sich der Bau auf Wunsch des Schulleiters an der vorhandenen Bebauung in Pángala, unter anderem mit Bauelementen aus verarbeiteten Palmblättern.

In den vergangen zwei Wochen ist die Baustelle von den Helfern vor Ort bereits tatkräftig vorbereitet worden, sodass dem Baubeginn nun nichts mehr im Wege steht. Sofern uns nicht die politische Situation oder das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen, wird der Pavillon in zwei Monaten für das erste gemeinsame Mittagessen bereitstehen. Es tut sich was.

Die Möglichkeit, in Pàngala zu helfen, zeigt: Auch in den entlegensten Teilen der Region können wir noch Mitstreiterinnen und Mitstreiter für unsere Sache gewinnen. Das stimmt uns froh und optimistisch. Denn es gibt weiterhin viel zu tun für die Stärkung von Bildung im Chocó; flussaufwärts und flussabwärts.