Colegio Diocesano

HINTERGRUND / COLEGIO DIOCESANO

Das Colegio Diocesano San José – eine kirchliche Schule

Das Colegio Diocesano San José in Istmina wurde im Januar 2011 gegründet. 12 Lehrer unterrichten hier 168 SchülerInnen in Fächern wie Rechnen, Lesen und Schreiben, aber auch Schreinern und Nähen. Nicht zuletzt stehen die Stärkung von humanistischen und christlichen Werten und das Vorleben und Erfahren alternativer Lebensentwürfe auf dem Lehrplan. So zielt das Colegio auf das nachhaltige Durchbrechen des Teufelskreises, in dem viele Kinder stecken: Einerseits sollen ihnen die nötigen Fertigkeiten vermittelt werden, ihr Leben wirtschaftlich selbstbestimmt gestalten zu können. Sie sollen also auf ein Berufsleben jenseits von illegaler Goldschürferei, Prostitution oder der Mitgliedschaft in einer Untergrundorganisation vorbereitet werden. Andererseits sollen grundlegende Werte vermittelt werden, mit denen sich die strukturelle Gewalt in der Gesellschaft des Chocó als unrecht erkennen und ablehnen lässt. Derzeit werden Gewalt und Unrecht von Opfern und Tätern vielfach einfach als Normalität wahrgenommen.

Das Colegio Diocesano San José erhält keine staatliche Unterstützung, sondern finanziert sich aus den Mitteln des Bistums und aus Schulgebühren. Die Schule bietet SchülerInnen, welche die Schulgebühren nicht bezahlen können, kostenfrei Unterricht an – momentan sind dies 31 Kinder. Aber auch ohne diese Sonderzuwendung liegt das Schulgeld deutlich unter dem, was andere Schulen

Deshalb und aufgrund des hervorragenden Rufs der Schule, kommen auch Kinder aus entlegenen Regionen Chocós nach Istmina. Ohne Verwandte und ohne festen Wohnsitz sind diese Kinder in der Stadt jedoch auf sich allein gestellt. Sie müssen sich als Dienstpersonal in „Gastfamilien“ verdingen, werden ausgebeutet, misshandelt und leiden Hunger. Viele Mädchen beginnen notgedrungen bereits im frühen Alter sich zu prostituieren. Ganz abgesehen von Krankheiten und traumatischen Erfahrungen, sind sie der Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft ausgesetzt, die sie zu alleinerziehenden Müttern mit allen finanziellen und sozialen Konsequenzen macht und aus vielen gesellschaftlichen Prozessen fortan .

Aus diesen Gründen möchte Bischof Julio García mit seinen Mitarbeitern eine Heimat für Mädchen in Istmina schaffen. Das Colegio Diocesano San José soll zu einer Heimstätte ausgebaut werden, an der die Mädchen nicht nur Wertvolles lernen, sondern auch in sicherem Umfeld leben können. In der gezielten Stärkung der Frauenrolle sieht er einen entscheidenden Schlüssel zum Aufbrechen patriarchaler Gesellschaftsstrukturen sowie den Beginn eines Weges in eine bessere Zukunft für die gesamte kolumbianische Gesellschaft.

Konkrete Ansatzpunkte für einen Wandel in Chocó

Genau hier setzt unser Projekt CASA HOGAR an: Wir wollen Bischof Julio unterstützen, die Pläne für ein an das Colegio angegliedertes Wohnhaus für Schülerinnen in Realität zu verwandeln.
Dort können benachteiligte Mädchen im Alter von 7 bis 12 Jahren geschützt aufwachsen und unter der Betreuung von katholischen Ordensschwestern einen geregelten Tagesablauf leben, sowie schulische Bildung genießen.

Als erster Teilschritt im Rahmen eines Förderprogramms, das den Ausbau des gesamten Bildungsangebots in Istmina anstrebt, hat sich das Projekt CASA HOGAR dem Bau des besagten Hauses verschrieben. Auf lange Sicht soll benachteiligten Mädchen auch ein Hochschulzugang ermöglicht werden, nämlich dann, wenn die Schule von vier auf neun Jahrgänge erweitert werden kann. Dann sind die Absolventinnen berechtigt zu studieren und können so auch Einlass in ihnen bisher versagte Berufsrichtungen und Gesellschaftsschichten erlangen.