CASA HOGAR trauert um Pfarrer Max Offermann, der am Ostersonntag, 4. April 2021, nach schwerer Krankheit gestorben ist.

In seiner Euskirchner Pfarrgemeinde Sankt Martin stellte sich Max Offermann als Pfarrer und Seelsorger mit vollem Engagement in den Dienst seiner Gemeindeglieder. Und auch die Menschen in weiter Ferne hatte er im Blick: Als CASA HOGAR noch in den Kinderschuhen steckte, machte Pfarrer Offermann CASA HOGAR-Gründer Theodor Rüber Mut und gab uns seit 2015 die Möglichkeit, unser Anliegen in den Messen seiner Gemeinde zum 1. Advent vorzustellen.

Zu seiner Beerdigung wurde, statt Blumen, um Spenden an CASA HOGAR gebeten, was uns sehr berührt. Wir begreifen die Sammlung zu Gunsten der Mädchen und Frauen im Chocó als Aufgabe und hoffen, einen Teil der Vorstellungen und Visionen von Pfarrer Max Offermann mit CASA HOGAR realisieren zu können.

 

(Foto: Pfarrei St. Martin, Euskirchen)

Laura Álvarez arbeitet als Assistenzärztin am Uniklinikum Bonn. Aufgewachsen ist sie im Chocó. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

Wer ist Laura Álvarez Velásquez?

Ich bin Laura, Assistenzärztin der Anästhesiologie und Intensivmedizin am UKB Bonn. Geboren bin ich in Quibdó, der Hauptstadt der Region Chocó in Kolumbien, wo ich bis zu meinem zwölften Lebensjahr lebte.

Meine Kindheit im Chocó war eine sehr glückliche. Ich habe viele schöne Erinnerungen daran, wie ich mit meinen Freundinnen im Regen spielte oder mit meinen Geschwistern Fahrradfahren lernte. Durch den vielen Regen gab es auch regelmäßig Überschwemmungen in unserem Stadtteil, doch obwohl den Leuten das Wasser bis zu den Knien stand, wurde weiter gelacht und optimistisch mit den schweren Umständen umgegangen. Am meisten gefiel mir der gesellschaftliche Zusammenhalt innerhalb der Nachbarschaft in schwierigen Situationen. Meine Eltern und meine Nachbarn halfen immer so gut es ging denjenigen, die am schwersten betroffenen waren. Sie brachten mir bei, dass wir zusammen stärker sind und auch so am besten im Leben weiterkommen.

Von klein auf waren mir die Problematiken Chocós in all ihren Facetten bewusst. Es ist eine abgeschiedene Region, verwickelt in Armut und Korruption. Die verantwortlichen Politiker bevorzugen es, sich Gelder in die eigene Tasche zu stecken, anstatt damit der Allgemeinheit und vor allem den benachteiligten Kindern zu helfen. Kinder, die an Unterernährung leiden und keinen Zugang zu existenziellen Bedürfnissen, wie bspw. der Gesundheitsversorgung oder Bildung haben.

Als ich zwölf Jahre alt war, zog meine Familie nach Barranquilla, eine Stadt an der Karibikküste im Norden Kolumbiens. Das war ein starker Kontrast zu unseren bisherigen Lebensverhältnissen. Zuvor hatten wir in einer kleineren Ortschaft im Regenwald gelebt und nun in einer großen Hafenstadt an der trockenen Küste. Wir hielten weiter engen Kontakt zu allen Familienmitgliedern im Chocó und besuchten sie immer zu Weihnachten. Es war mir immer ein Anliegen, eines Tages zurückzukehren, um dort auf irgendeine Weise zu helfen. Als gebürtige Chocoana fühle ich mich verpflichtet, einen kleinen Beitrag für die positive Entwicklung dieser Region beizusteuern.

Wie bist du nach Deutschland gekommen?

Während meines Medizinstudiums in Barranquilla machten einige Kommilitonen Austauschprogramme nach Deutschland und waren in jeglicher Hinsicht begeistert. Mein Bruder absolvierte sein praktisches Jahr am Uniklinikum Mainz und empfahl mir, einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Ein Jahr nach meinem Bruder war es mir möglich, 2015 nach Deutschland zu reisen, die Sprache zu lernen und mein praktisches Jahr zu absolvieren. Viele Freunde, Familie und vor allem meine Eltern halfen mir auf dem Weg hierher. Heute bin ich unendlich dankbar dafür, dass dieser Traum in Erfüllung gegangen ist.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Chocó und Deutschland?

Die Ankunft in Deutschland war für mich ein extremer Wandel, alles ist hier anders. Das tägliche Leben, die Kultur, die sozialen und organisierten Strukturen, die Infrastruktur etc. Einige dieser Unterschiede stechen besonders hervor. Hierzu gehört zum Beispiel die Pünktlichkeit, welche für die Deutschen ja eine wichtige Rolle spielt. Sie zeugt in meinen Augen deutlich von Verantwortungsbewusstsein sowie Respekt für die jeweiligen Mitmenschen. Diesen Wert habe ich hier sehr verinnerlicht.

Auch das Essen in Deutschland unterscheidet sich deutlich von dem in Kolumbien. Vor allem die verwendeten Gewürze verleihen dem Essen einen ganz anderen Geschmack. Obwohl es hier unzählige Sorten an Würsten gibt, wird für mich der Geschmack der chocoanischen Bratwurst immer unerreicht bleiben. Sie bleibt für mich die beste Wurst der Welt.

Etwas, das ich sehr bewundere, ist das deutsche Gesundheitssystem. Es ermöglicht allen einen Zugang zu qualitativer Versorgung, unabhängig vom sozialen Status oder Herkunft. Für mich als Ärztin ist es ein Privileg, all diese Erfahrungen hier sammeln zu können. Hoffentlich können mir diese Eindrücke dabei helfen, diese zukünftig in Kolumbien umzusetzen, um etwas an der Situation dort zu ändern. In den ländlichen Regionen Kolumbiens haben viele Menschen noch nicht einmal Zugang zu einer kleinen Arztpraxis mit minimaler Ausstattung.

Wie hast du CASA HOGAR kennengelernt?

Durch meine Arbeit am Uniklinikum Bonn habe ich Theodor kennengelernt, den Gründer von CASA HOGAR, mit seiner bemerkenswerten Zielsetzung für den Chocó. Sofort wurde ich auf das Programm aufmerksam und wollte mich umgehend in dieser allgemeinnützigen Organisation engagieren. Ich weiß aus erster Hand um den Zustand der Frauen und Mädchen im Chocó, welche unter extremer Armut leben, begleitet von Unterdrückung durch eine machistisch geprägte Gesellschaft. Dort kann unsere Unterstützung einen echten Unterschied bewirken und den Betroffenen zu einem besseren Leben verhelfen.

Mich faszinierte der Einsatz und die Hingabe aller freiwilligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von CASA HOGAR, welche uns – größtenteils ohne die Menschen in Chocó zu kennen – eine wahre Lektion in Sachen Aufopferung, Herzblut und Solidarität erteilen.

Was motivierte dich, Teil von CASA HOGAR zu werden?

Mir ist bewusst, dass die fundamentalen Bedürfnisse der Mädchen im Chocó, afrokolumbianischer oder indigener Herkunft, derzeit nicht erfüllt werden können. Es gibt kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung oder auch nur sauberem Trinkwasser. Die Mädchen dort kommen ohne diese Privilegien bzw. Grundrechte auf die Welt. Sehr wenige Frauen im Chocó haben einen Schulabschluss und noch weniger besuchen eine Hochschule. Hinzu kommt die machistische Gesellschaftsstruktur in Kolumbien, die vor allem in den abgeschiedenen Regionen die Frauen systematisch unterdrückt und auch von Führungspositionen in der Gesellschaft abhält. In diesem Kontext ist es sehr schwierig für die Mädchen, von einer gewissen Selbstverwirklichung träumen zu können, da das traditionelle Familienbild weiterhin Frauen sehr einschränkt. Diese Hürden sind traurige Realität und es wird noch Generationen dauern, bis sie überwunden sind. Nur wenn wir gemeinsam anpacken, können wir Fortschritte erzielen.

Was ist deine Botschaft an andere Menschen, die CASA HOGAR unterstützen wollen?

Wir verdienen alle eine Chance, unsere Träume verwirklichen zu können, doch manche Menschen benötigen dafür etwas mehr Unterstützung als andere. Als chocoanische Ärztin in Deutschland wurde mir die Möglichkeit gegeben, meinen Traum zu verwirklichen und heute hier mit euch zu sprechen. Ich genieße gewisse Privilegien und hatte deshalb bessere Chancen als anderen aus meiner Heimat, doch wir sollten weltweit alle eine Chancengleichheit haben. Deshalb werde ich alle mir zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um die Mädchen und Frauen im Chocó zu unterstützen. Ich lade jeden herzlich dazu ein, das gleiche zu tun, da wir nur zusammen einen Wandel hervorbringen können. Jetzt oder nie!

Seit Januar 2021 unterstützt Georgia Dreßler (25) das TEAM von CASA HOGAR als Praktikantin. Hier stellen wir sie vor.

Liebe Georgia, herzlich willkommen bei CASA HOGAR. Wir freuen uns sehr, dass du das Team als Praktikantin unterstützt. Was kannst du über dich erzählen?

Ursprünglich komme ich aus Halle, wo ich auch für einen Master in Hispanistik eingeschrieben bin. Davor habe ich einen Bachelor in Translation an der Universität Leipzig abgeschlossen, also Übersetzung und Dolmetschen in Englisch und Spanisch. Seit Anfang Januar bin ich nun Praktikantin bei CASA HOGAR.

Wie bist du auf CASA HOGAR aufmerksam geworden?

Ein Freund in Leipzig hat mir von CASA HOGAR erzählt. Ich dachte mir: Wow, das klingt nach einem tollen Projekt! Zum einen hat mich das Thema Bildung angesprochen. Bildung ist eines der wichtigsten Werkzeuge, die wir haben, um unseren Lebensweg selbst zu gestalten. Ganz besonders gilt das natürlich für so konfliktreiche Regionen wie den Chocó. Zum anderen motivierte mich, dass CASA HOGAR sich für die Förderung von Frauen einsetzt. Diese beiden Aspekte zu verbinden, fand ich besonders klasse.

Wie bist du auf die Idee gekommen, dich bei CASA HOGAR als Praktikantin zu bewerben?

Seit vielen Jahren versuche ich privat so gut es geht auf Nachhaltigkeit und Solidarität zu achten und mir ist zunehmend klar geworden, dass ich mich auch beruflich in eine Richtung bewegen will, die zum Gemeinwohl beiträgt. Im Rahmen eines Praktikums bei CASA HOGAR kann ich wertvolle Erfahrungen und Inspiration für meine Zukunft sammeln. Dass CASA HOGAR gerade zufällig auf der Suche nach einer Praktikantin war, hat natürlich wunderbar gepasst.

Hattest du vor deinem Praktikum bereits Berührungspunkte mit Lateinamerika oder dem Chocó?

In Lateinamerika war ich bereits einige Male: Nach der Schule habe ich einen Freiwilligendienst in Argentinien absolviert. Während meines Bachelor-Studiums war ich in Chile. Von dort bin ich auch nach Kolumbien geflogen und habe das Land drei Wochen lang bereist. Seither weiß ich: Ich will Kolumbien noch besser kennenlernen! Dank des Praktikums bei CASA HOGAR klappt das nun – wenn auch von Deutschland aus.

Welche Fähigkeiten und Talente kannst du bei CASA HOGAR einbringen?

Neben meinen Spanischkenntnissen sind sicher auch meine Erfahrungen aus dem Medienbereich relevant. Parallel zu meinem Studium bin ich seit einigen Jahren beim Uniradio aktiv, moderiere Sendungen und schneide Beiträge. Außerdem habe ich auch immer wieder als freie Autorin Geld verdient. Ich fände es super, wenn ich im Rahmen meines Praktikums auch die Öffentlichkeitsarbeit von CASA HOGAR unterstützen kann.

Du bist nun seit einigen Wochen mit an Bord. Womit hast du dich bisher hauptsächlich beschäftigt?

Vor allem mit Verwaltungs-Tätigkeiten. Ich habe mich zum Beispiel um die Spenden gekümmert, die über Weihnachten hereingekommen sind. CASA HOGAR konnte außerdem gerade ein Förderprojekt mit öffentlichen Geldern ans Land ziehen. Das ist für uns alle eine neue Herausforderung, in die wir uns gemeinsam einarbeiten. Für mich ist es toll, direkt eingebunden zu werden.

Was möchtest du bei CASA HOGAR bewegen?

Ich habe große Lust, die Projekte von CASA HOGAR inhaltlich zu begleiten. So kann ich mitbekommen, was wir vor Ort bewirken können! Daneben fände ich es super, wenn ich die Öffentlichkeitsarbeit unterstützen kann, um die Organisation präsenter zu machen.

Liebe Georgia, danke für das Gespräch – und viel Erfolg in deinem Praktikum!

Danke!

 

 

Wir bedanken uns insbesondere im Namen der Menschen im Chocó bei allen, die in diesem schwierigen Jahr CASA HOGAR unterstützt haben. Bitte bleiben Sie uns verbunden, damit auch im neuen Jahr die Mädchen und jungen Frauen Hoffnung auf eine selbstbestimmte Zukunft haben können!

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie von Herzen ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für 2021.

Was Ihre Spende im Chocó bewirken kann, können Sie auf unserer Spendenseite nachlesen.

CASA HOGAR freut sich über viele Unterstützerinnen und Unterstützer.

Eine ganz besondere ist Sabine Hellmann. Zusammen mit ihrem Familienunternehmen SIGNUM FAIR JEWELS engagiert sie sich für die Mädchen im Chocó – und das mit ganz viel Herzblut.

Die schweizerische Schmuckmanufaktur hat sich dazu eine besondere Kreation überlegt: die Signum HeartCoins. Rund die Hälfte des Verkaufspreises geht an CASA HOGAR!

Die liebevoll gefertigten Coins sind aus feinstem Material: Nämlich aus Max Havelaar Fairtrade Feingold 999.9 aus Südamerika oder aus Recycling Silber. Es gibt die handgefertigten HeartCoins in kleiner (ca. 2.5 g) und größerer (ca. 5 g) Ausführung. Außerdem kann man zwischen verschiedenen eingeprägten Sujets wählen:

  • Das Herz (als Symbol der Liebe)
  • Der Schild (als Symbol des Schutzes)
  • „Colombia“ (dem Vogel – als Wahrzeichen Kolumbiens).
  • Oder aus den vier Elementen: Tropfen (Wasser), Flügel (Luft), Flamme (Feuer) und Blatt (Erde)

Alle Coins haben ein Schlüsselloch in der Mitte, welches für die Neugier steht und dafür, unvoreingenommen immer wieder neue Welten zu erschließen. Eine wirklich tolle Botschaft!

Für Sabine und ihre Familie ist es wichtig, einen Beitrag zu leisten. Das tun sie nicht nur mit ihrem Unternehmen und ihrer Arbeit, die durch höchste Qualität, Transparenz, Nachhaltigkeit und Verantwortung der Natur und den Menschen gegenüber geprägt ist, sondern auch durch ihre Unterstützung von CASA HOGAR.

Vielen Dank, liebes SIGNUM Team, für Eure Unterstützung!

 

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Übersicht der Modelle:

in GOLD

HeartCoin klein aus 999.9 Max Havelaar Fairtrade Gold: ca. 2.5g/9.5mm Durchmesser
erhältliche Sujets: Herz, Schild, Tropfen, Flügel, Flamme, Blatt
550 CHF*

HeartCoin groß aus 999.9 Max Havelaar Fairtrade Gold: ca. 5g/14mm Durchmesser
Herz, Schild, Colombia (Vogel)
960 CHF*

in SILBER

HeartCoin klein aus Recycling-Silber: ca. 1.2g/9.5mm
erhältliche Sujets: Herz, Schild
120 CHF*

HeartCoin groß Recycling-Silber: ca. 4g/14mm
erhältliche Sujets: Herz, Schild
150 CHF*

 

*plus 20 CHF Versandkosten innerhalb Schweiz, nach Liechtenstein, Deutschland und Österreich

Bestellung direkt über die Homepage, per Telefon +41765584132 oder per E-Mail an info@signumfairjewels.ch

Am 23. Mai 2020 ging die Mission UBUNTU in die zweite Phase.

Diesmal wurden zusätzlich zu Istmina 13 Gemeinden der Diözese Istmina-Tadó – gelegen am Fluss San Juan sowie an der Pazifikküste vom Chocó – von unserem Team im Kampf gegen das Coronavirus unterstützt. Ziel der Mission war es, das Gesundheitspersonal auch in kleinen Medizinstationen so auszubilden, dass es für den starken Ausbruch der Pandemie gewappnet ist, sowie sie zusätzlich mit medizinischen Geräten zu versorgen.

Das Team UBUNTU

Bereits in der ersten Phase der Mission UBUNTU haben wir die Spenden unserer UnterstützerInnen gezielt für eine bessere Patientenversorgung eingesetzt und konnten so das Eduardo-Santos-Krankenhaus in Istmina mit der notwendigen medizinischen Ausrüstung ausstatten. In Phase 2 haben nun vor allem auch weiter abgelegene Gemeinden Medikamente, Verbrauchsmaterialien und weitere medizinische Ausrüstung erhalten, die für die Patientenversorgung dringend benötigt wurden und unnötige Reisen über Land und Wasser in die Stadt verhindern können.

Das Ergebnis? Ein voller Erfolg! Gemeinsam haben wir es geschafft, 180 Angestellte im Gesundheitswesen aus 13 Gemeinden des Chocó in grundlegenden Techniken wie fortgeschrittener Herz-Lungen-Wiederbelebung zu schulen. Außerdem wurden 55 Gemeindevorsteher in Präventivmaßnahmen zu COVID-19 und allgemeinen Erste-Hilfe-Maßnahmen mit dem Fokus der Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) ausgebildet. Medikamente und Krankenhausbedarf wurde zusätzlich an 11 Medizinstationen und 4 Krankenhäuser in der Region San Juan und an die Pazifikküste des Departements Chocó geliefert. Für die Implementierung der zweiten Phase unserer Mission haben wir in Deutschland Adveniat als starken Partner gewinnen können und in Kolumbien wie in der ersten Phase eng mit der Diözese Istmina-Tadó und Salamandra, dem internationalen Ausbilungszentrum für Not- und Katastrophenhilfe zusammengearbeitet.

Mit dem Boot nach Sipí

Jede Phase war geprägt von Herausforderungen, aber auch jeder Menge unvergesslicher Geschichten. Eine besonders spannende ist die unserer Fahrt nach Sipí, eine kleine Gemeinde am San-Juan-Fluss. Das Boot hatte plötzlich einen Schaden und unser Team saß mehrere Stunden lang fest. Mittlerweile hatte es allerdings so stark geregnet, dass der Fluss die komplette Straße überflutete und der Hilfstrupp nicht bis zu unserem Team vordringen konnte. Spontan sprangen daher alle ins Wasser und schwammen auf die andere Seite des Flusses, wo sie schließlich von einem anderen Auto abgeholt wurden. Das ist nur eine von vielen Geschichten, die vor allem auch den großen persönlichen Einsatz vor Ort widerspiegelt.

Mit der UBUNTU-Mission konnten wir bisher das Gesundheitssystem im Chocó mit wichtigen Sachspenden und Trainings unterstützen – und das über die durch COVID-19 verursachte Notlage hinaus. Das ist besonders wichtig in den Orten, die nur sehr schwer zu erreichen sind und deswegen eine verhältnismäßig schlechte medizinische Infrastruktur haben.

Zum Ende der zweiten Phase möchten wir die Gelegenheit nutzen, allen beteiligten Personen, vor allem aber unserem Sanitäter-Team und Doktor Quintero, für ihre unschätzbare und unermüdliche Arbeit zu danken. Gleichzeitig freuen wir uns sehr, dass eine dritte Phase, die sich insbesondere der Bevölkerung zuwendet und sie auf eine neue Form des Zusammenlebens mit dem Virus vorbereitet, in den nächsten Wochen starten wird.

Wir von CASA HOGAR hoffen, damit weiterhin einen Beitrag leisten zu können und auf diese Weise die Region Chocó zu unterstützen.

 

Wenn auch Sie die Fortsetzung der UBUNTU-Mission im Chocó unterstützen möchten, freuen wir uns über jede Spende, egal wie klein sie sein mag!

 

Martha Liliana Bonilla ist Harfenistin des Philharmonie Orchesters Bogotá in Kolumbien.
Stephanie Celis ist 9.000 km entfernt Violinistin am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden.

Auf ganz persönliche und wunderschöne Weise lenken Martha und Stephanie Augen und Ohren auf die Mädchen im vergessenen Chocó in Kolumbien. Sie zeigen, dass auch über physische Distanz hinweg ein gemeinsamer Einsatz für die Menschen im von Armut und Bürgerkrieg gezeichneten Chocó möglich ist:

Wir danken den beiden CASA HOGAR-Botschafterinnen für dieses besondere Zusammenspiel, das uns gerade in Zeiten von Corona trotz aller Entfernung und über Ozeane hinweg vereint. Genießen auch Sie die berührende Klänge von Martha und Stephanie mit bildlichen Eindrücken der Arbeit von CASA HOGAR im Chocó, Kolumbien!

Leider muss das Benefizkonzert in der Kölner Philharmonie ausfallen.

Theodor Rüber dazu:

Nun ist es offiziell: Das große Benefizkonzert für CASA HOGAR am 21.06.202 in der Kölner Philharmonie mit Alte Bekannte, Aleksey Igudesman, Bodo Wartke, dem Mädchenchor am Kölner Dom und vielen anderen darf nicht stattfinden.

Auch wenn wir es schon lange befürchtet hatten, trifft uns die endgültige Entscheidung trotzdem – nicht nur, weil wir dieses Konzert seit zweieinhalb Jahren vorbereiten, sondern auch, weil uns dadurch die Möglichkeit verloren geht, Ihnen allen von den Leben und den Schicksalen der Mädchen im Chocó zu berichten. Wir wollten Sie so gern an den Sorgen, Erlebnissen und auch Freuden teilhaben zu lassen, die uns täglich beschäftigen und bewegen. Der Gewinn des Benefizkonzerts wäre CASA HOGAR Deutschland e.V. und somit den Mädchen und Frauen der von großer Armut und bewaffnetem Konflikt geprägten Region Chocó in Kolumbien zugute gekommen.

Derzeit kämpfen wir von CASA HOGAR nicht nur in Deutschland mit den finanziellen Einbußen aufgrund der Konzertabsage, sondern vor allem sorgen uns die fatalen Konsequenzen, die Covid-19 für die Region Chocó in Kolumbien bedeutet. Der Chocó mit seiner afrokolumbianischen und indigenen Bevölkerung gilt in Kolumbien als besonders bedroht und hilflos in dieser Pandemie. CASA HOGAR hat bereits zu Beginn der Krise ein fünfköpfiges Medizinerteam zu Schulungs- und Begleitungszwecken in den Chocó geschickt und unterstützt die Region mit Essenspaketen sowie bei Aufklärungsmaßnahmen. Das Benefizkonzert wäre daher gerade in der aktuellen Zeit umso wichtiger gewese

Wir hoffen zwar, in hoffentlich nicht zu ferner Zukunft einen neuen Termin mit all den wunderbaren, virtuosen und unterhaltsamen Künstlern zu finden, die den Traum dieses Benefizkonzerts überhaupt möglich gemacht haben. Allerdings kann derzeit noch kein Alternativtermin mit allen Beteiligten angeboten werden und entsprechend müssen wir das Konzert absagen.

Als Karteninhaber haben Sie zwei Möglichkeiten: sich die Karte rückerstatten zu lassen oder sich die Karte nicht rückerstatten zu lassen. Das Geld von nicht erstatteten Karten wird automatisch an uns von CASA HOGAR weitergeleitet.

Sie möchten eine Spendenquittung erhalten? Dann lassen Sie sich den Kartenpreis erstatten und spenden Sie einen beliebigen Betrag.

Für eine Erstattung des Ticketpreises wenden Sie sich bitte an die Vorverkaufsstelle, von der Sie Ihre Karte erworben haben. Die Rückabwicklung beginnt frühestens Anfang Juni.

Wir danken Ihnen sehr für Ihr Interesse an dem Konzert und hoffen weiterhin, in nicht zu ferner Zukunft mit all Ihnen zusammen einen wunderschönen Abend verbringen zu können!

 

Die Notfallmediziner der Mission UBUNTU bringen medizinische Expertise, fachliches Training und menschliche Zuversicht in die infrastrukturell abgehängte Region Kolumbiens – die Dschungelregion Chocó.

Am 22. April 2020 war es endlich soweit: Ein kleines Flugzeug durfte trotz Ausgangssperre mit Sondererlaubnis abheben und landete auf dem Flughafen Condoto im Chocó, einer Region, die derzeit weitestgehend von der Außenwelt abgeschnitten ist. Im Flugzeug: ein siebenköpfiges medizinisches Krisen-Team aus Cali. Unter der Leitung des renommierten Katastrophenmediziners Laureano Quintero, Direktor des Salamandra Centro Internacional de Urgencias y Emergencias in Cali, werden vier Rettungssanitäter und eine Allgemeinärztin die infrastrukturell abgehängte Region Chocó durch die Corona-Krise begleiten.

Die Mission UBUNTU entstand aus der Zusammenarbeit zwischen CASA HOGAR, der Diözese Istmina-Tadó und Dr. Quintero – Ehrenamtler von CASA HOGAR. Das Ziel der Mission: die lokale Bevölkerung im Chocó für einen Covid-19-Ausbruch zu wappnen. „Im Chocó gibt es kaum Mediziner, die Kenntnisse im Umgang mit Katastrophensituationen mitbringen“, beschreibt Laura Morales die alarmierende Ausgangslage im Chocó. Morales koordiniert als CASA HOGAR-Mitarbeiterin die Mission vor Ort und ist sich sicher: Ohne Unterstützung hätte die Region keine Chance gegen Covid-19.

Der wichtigste Aspekt der Mission ist der nachhaltige Wissenstransfer: Die medizinischen Experten aus Cali wollen die örtlichen Ärzte und Krankenpfleger für die Behandlung von Covid-19-Patienten schulen. Zum Training gehören dabei einerseits Schulungen zu Hygiene, korrekter Anwendung von Schutzmaterial und Herz-Lungen-Wiederbelebung. Daneben sollen aber auch nationale Vorgaben für Klinikprozesse an die Gegebenheiten im Chocó angepasst und umgesetzt werden – für die abgelegene Region im Dschungel kein leichtes Unterfangen. Mit der Hilfe aus der Großstadt Cali soll das nun gelingen. „Diese Maßnahme ist nicht nur für die aktuelle Notsituation wichtig, sondern auch langfristig ein Gewinn“, erklärt Morales.

Auch infrastrukturell war der Chocó denkbar schlecht aufgestellt, um gegen die Pandemie anzukommen. Dem lokalen Krankenhaus in Istmina fehlte es an Schutzmaterial, Testmöglichkeiten, Intensivbetten und Isolationsmöglichkeiten. CASA HOGAR spendete medizinische Geräte, um diesen Engpass entgegenzutreten. Für den Zeitraum der Pandemie wurde außerdem eine leerstehende Klinik von der Gemeindeverwaltung re-aktiviert, in der in Zukunft nur Covid-19-Patienten behandelt werden sollen. „Bei einem ersten Treffen in der Klinik haben wir gemeinsam mit den Experten aus Cali die vorhandene Infrastruktur inspiziert und angesichts der Gegebenheiten ihre bestmögliche Nutzung diskutiert“, erzählt Morales. Auch ein Aktionsplan für die Zusammenarbeit zwischen den Teams wurde geschmiedet.

Das Expertenteam aus Cali wird die nächsten Wochen im Chocó verbringen und dem lokalen Team bei allen Fragen zur Seite stehen. Personen zu finden, die im Chocó arbeiten wollen, sei nicht einfach, sagt Laura Morales. Das Gebiet gilt als Risikoregion; erkrankt man an dem Virus, sind die Gesundheitsaussichten schlechter als in den Städten. Dazu kommen die sozialen Probleme, Ermordungen, Gebietskämpfe, die auch trotz Covid-19 nicht abbrechen. „Wir sind daher umso dankbarer für den Einsatz der Experten aus Cali.“ So sieht das auch die lokale Bevölkerung: Auf der Straße werden die Mediziner aus der Stadt freundlich begrüßt, manche Chocoaner machen den Experten sogar Geschenke. „Seitdem die Mission UBUNTU hier ist, fühlen sich die Leute viel sicherer“, freut sich Laura Morales.

Doch noch ist viel zu tun: Das Gesundheitssystem im Chocó ist im Vergleich zum Rest des Landes infrastrukturell vernachlässigt und das Krankenhaus in Istmina soll und will nun in Rekordzeit aufholen. Das medizinische Personal muss auf den Umgang mit dem Virus inhaltlich vorbereitet werden. Die lokale Bevölkerung soll in Sachen Hygienemaßnahmen aufgeklärt werden. Und nicht zuletzt müssen die Menschen im Chocó mit Lebensmitteln versorgt werden. Denn wegen der Corona-Pandemie können viele von ihnen nicht mehr ihrer Erwerbsarbeit nachgehen; Erspartes haben die Wenigsten, weil sie ohnehin immer von der Hand im Mund leben. CASA HOGAR unterstützt deswegen parallel zur medizinischen Mission UBUNTU insbesondere auch Frauen und ihre Familien mit Nahrungspaketen (Projekt: Cabeza de Hogar). Denn fest steht: „Ich bin, weil wir sind.“

 

Mehr Infos zum Covid-19-Maßnahmenpaket von CASA HOGAR

Infos zu COVID in Kolumbien (spanisch)
Infos zu COVID im Chocó (spanisch)

Die COVID-Pandemie kennt keine Grenzen und so kämpft auch Kolumbien mit stetig steigenden Zahlen von Infektionen. In der Region Chocó, wo CASA HOGAR tätig ist, ist bisher nur ein einziger Fall dokumentiert (Stand 11. April 2020) – doch das muss leider nichts heißen: Test müssen über unzulängliche Straßen nach Quibdó, der Hauptstadt des Chocó, gelangen und von dort nach Bogotá geflogen werden. Geeignetes Transportmaterial für die Proben gibt es nicht, reguläre Flüge sind aktuell gestrichen…

Es ist unklar, wie Infektionen aus Istmina und noch abgelegeneren Gegenden des Chocó in die offiziellen Zahlen einfließen sollen. Gleichzeitig ist die derzeitige medizinische Versorgung in Istmina rudimentär und ein Ausbruch des Virus COVID-19 hätte fatale Folgen – und zwar nicht nur für Stadt Istmina mit ihren 20.000 Einwohnern, sondern auch für die ca. 130.000 Einwohner der mehr oder weniger nah gelegenen Nachbargemeinden an den Flüssen San Juan und Baudó. Dem Krankenhaus in Istmina fehlt es an Schutzmaterial, Testmöglichkeiten, Isolationsmöglichkeiten und erst recht an Intensivbetten. Das medizinische Personal in Istmina kennt die Grenzen ihres medizinischen Angebots und auch ihrer personellen Kapazitäten und weiß, dass sie derzeit gegen COVID-19 keine Chance hätten.

CASA HOGAR setzt sich daher zusammen mit den lokalen Akteuren Istminas – unter Führung des Bischofs Mario de Jesús der Diözese Istmina-Tadó sowie mit Hilfe von Dr. Laureano Quintero – medizinischer Experte in Katastrophensituation sowie ärztlicher Direktor in der Universitätsklinik del Valle in Cali, wo Theodor Rüber ihn als Student persönlich kennenlernte – dafür ein, dass auch die Bevölkerung von Istmina und den umliegenden Gegenden eine Chance gegen COVID-19 bekommen. Dabei geht es einerseits um die Beschaffung von dringend notwendigem medizinischem Material und andererseits auch um die personelle Unterstützung und Weiterbildung des lokalen medizinischen Personals sowohl durch ein Team, das von Cali nach Istmina fliegen wird und vor Ort begleiten und unterstützen wird, als auch um die virtuelle Begleitung durch ein medizinisches Expertenteam, das in Cali stationiert ist. Auf diese Weise wird nicht nur materiell unterstützt, sondern auch inhaltlich zusammengearbeitet – ein Weg, der eine langfristige Wirkung selbst angesichts dieser akuten Notsituation sicherstellt!

Details – auch zur Namensgebung UBUNTU – auf der Seite zu den Hilfsmaßnahmen gegen COVID-19 durch CASA HOGAR.

Infos zu COVID in Kolumbien (spanisch)
Infos zu COVID im Chocó (spanisch)

Die Corona-Krise in Kolumbien hat schon jetzt – vor einem unkontrollierten Ausbruch des Virus – verheerende Folgen für die Bevölkerung im Chocó.

Darum hat CASA HOGAR in enger und intensiver Zusammenarbeit aller CASA HOGAR-Teams im Chocó, in Cali und in Deutschland bereits ein erstes Projekt gestartet: CASA HOGAR unterstützt Familien im Chocó, die aufgrund der Vorkehrungen und Folgen von Corona nicht mehr ihrer täglichen Arbeit nachgehen können, keinerlei Ersparnisse besitzen und keine staatlichen Hilfen erhalten. Ihnen soll mit Hilfe von Essenspaketen ermöglicht werden, Zeiten der Quarantäne und Isolation wirklich zu Hause zu verbringen und nicht vor die Entscheidung „Hunger oder Infektion“ gestellt zu werden.

Primäre Zielgruppe sind alleinerziehende Mütter, die für ihre Kinder und Elterngeneration aufkommen müssen. Die Familien leben in Istmina sowie in abgelegenen ländlichen Gebieten. Auf dem Land ist die Not insofern verschärft, da es aktuell keine öffentliche Verkehrsverbindung mit der Stadt gibt und gleichzeitig keinerlei Hilfsgüter dorthin gelangen. Das Projekt wird über unseren Projektpartner Fundación CASA HOGAR Istmina abgewickelt und in enger Kooperation mit lokalen Engagierten und Autoritäten durchgeführt. So wird sichergestellt, dass die Maßnahmen wirklich jene erreichen, die über keine anderen Wege erreicht werden.

Details auf der Seite zu den Hilfsmaßnahmen gegen COVID-19 durch CASA HOGAR.

Aktuelle Situation im Chocó

Spenden an CASA HOGAR helfen, dass es nicht bei einmaligen Aktionen bleiben muss und wir alle gemeinsam die Krise überstehen können.

Infos zu COVID in Kolumbien (spanisch)
Infos zu COVID im Chocó (spanisch)

 

 

Corona dominiert seit Wochen unser Leben. Die meisten Geschäfte sind bis auf weiteres geschlossen, Millionenstädte wie ausgestorben.

Auch vor Kolumbien hat die Pandemie keinen Halt gemacht. Seit dem 24. März gilt dort eine landesweite Quarantäne, während der die Bevölkerung ihre Wohnungen nur noch für notwendige Einkäufe und Arztbesuche verlassen darf. Schulen und andere Bildungseinrichtungen sind geschlossen und religiöse Feiern wurden abgesagt.

Vorerst ist die Ausgangssperre bis zum 13. April angeordnet. Es ist allerdings möglich, dass sie verlängert wird. Die kolumbianische Regierung reagierte damit auf die stetig ansteigende Anzahl von Infektionen im Land. Am Sonntag – nur fünf Tage nach Inkrafttreten der Quarantäne – gab es schon 702 bestätigte Corona-Infektionen und insgesamt zehn Todesfälle. In der Region Chocó, wo CASA HOGAR tätig ist, sind bisher keine Fälle dokumentiert. Aber das muss leider nichts heißen und die Folgen sind bereits jetzt spürbar…

Arbeiter aus dem informellen Sektor trifft es besonders hart

Die landesweite Ausgangssperre hat besonders drastische Folgen für Menschen, die im informellen Sektor tätig sind. Sie machen in der Region Chocó 84 % der Bevölkerung aus und sind auf tägliche Einnahmen angewiesen, die jetzt vollständig wegbrechen. Oftmals haben sie weder Ersparnisse noch Kranken- oder Arbeitslosenversicherungen, was ihre Situation zusätzlich erschwert. Besonders stark betroffen von finanziellen Einbußen sind alleinerziehende Mütter, die im Chocó 40% aller Frauen ausmachen. Sie sind nicht nur für ihre Kinder verantwortlich, sondern müssen auch ältere Familienmitglieder versorgen.

Das ist allerdings nicht die einzige Herausforderung. Auch die Lebensmittelpreise sind innerhalb weniger Wochen signifikant angestiegen, haben sich in einigen Fällen mehr als verdoppelt. Besonders im Chocó müssen fast alle Grundnahrungsmittel importiert werden. Das stellt die Menschen vor ein Dilemma: entweder sie bleiben Zuhause und hungern, oder sie gehen zur Arbeit und machen sich dadurch nicht nur strafbar, sondern riskieren auch, sich mit dem Virus anzustecken und ihn zu verbreiten. Eine Entscheidung, vor die niemand gestellt werden sollte.

Krankenhäusern fehlt es an vielem, getestet wird kaum

Sollte sich das Virus weiter so schnell ausbreiten, könnte dies zu einer humanitären Tragödie führen. Alleine die Region Istmina, in der das Wohnheim „Casa Hogar Niña María“ liegt, hat ca. 25.000 Einwohner. Es gibt dort keine medizinische Infrastruktur, um Patienten zu versorgen, die an COVID-19 erkrankt sind und auch die Testkapazitäten sind sehr begrenzt. Labore gibt es nicht. Stattdessen müssen alle Tests nach Quibdó geschickt werden, der Hauptstadt des Departements, die zwei Stunden Fahrtzeit entfernt ist. Von dort aus werden sie mit dem Flugzeug nach Bogotá geflogen. Allerdings ist bereits der Weg nach Quibdó schwierig und viele der Flüge von Quibdó nach Bogotá sind gestrichen worden.

Das Wohnheim in Istmina musste vorübergehend geschlossen werden

Auch die zehn Mädchen, die im Wohnheim „Casa Hogar Niña María“ wohnen, sind von der Corona-Pandemie betroffen. Am 20. März wurden sie aus Sicherheitsgründen von ihren Eltern abgeholt. Zurückkehren sollen sie am 20. April, falls die Ausgangssperre bis dahin nicht verlängert wird. Vor dem emotionalen Abschied gab es noch ein Treffen mit den Eltern, Schwestern, einigen Ehrenamtlern und den Projektkoordinatoren. Man saß in familiärer Runde zusammen und unterhielt sich. Darüber, wie es jetzt weitergeht, was die Krise für alle bedeutet und wie man sich schützen kann.

Trotz der Krise gibt es auch Hoffnung

Die Zukunft der Menschen im Chocó ist ungewiss. In diesen schweren Zeiten ist es besonders der Glaube an Gott, der ihnen Halt gibt. Aber auch die Gemeinschaft spielt eine wichtige Rolle. Obwohl die meisten selber nur wenig besitzen, helfen sie sich gegenseitig, teilen Lebensmittel oder gehen für andere auf den Markt.

Oft werden auch kreative Lösungen gefunden: Manche Gemeinden praktizieren zum Beispiel “pico y cédula”. Das heißt, dass nur Personen, deren Personalausweis auf eine bestimmte Nummer endet, an einem Tag aus dem Haus gehen und ihre Einkäufe tätigen dürfen. Dadurch soll nicht nur der Andrang in den Supermärkten reduziert, sondern auch die Versorgung sichergestellt werden.

Wie lange die Menschen im Chocó diesen Zustand aushalten können, weiß niemand. Viele von ihnen würden „lieber an einer Grippe als an Hunger sterben“. Aber trotz allem haben sie noch Hoffnung: Dass das Virus, von dem momentan alle reden, sie nicht ganz so hart trifft, dass sie auch diese Krise gemeinsam durchstehen und, dass bald alles wieder zum Alten zurückkehrt.

CASA HOGAR aber kann nicht einfach ausharren und wegschauen. Unser Team arbeitet im Chocó, in Cali und in Deutschland rund um die Uhr daran, mit heißer Nadel ein Maßnahmen-Paket zu schnüren, um die Folgen dessen, was schon passiert ist, zu mildern und um die Gefahr dessen, was noch kommen wird, zu reduzieren. Wir stehen intensiv im Kontakt mit den Autoritäten vor Ort und Projekte werden bereits aufgesetzt. Wir geben zeitnah Infos über die genauen Maßnahmen. Jetzt nur schon so viel: Spenden an CASA HOGAR helfen, dass wir alle gemeinsam die Krise überstehen können!

 

Infos zu COVID in Kolumbien (spanisch)
Infos zu COVID im Chocó (spanisch)


Ein neuer Termin steht leider noch nicht fest, wir werden ihn hier rechtzeitig ankündigen.

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Die Kölner Quiz-Dinner-Show Wer hätt et jewoss? mit Axel Strohmeyer in der Kölner Kultkneipe „Zum Jan“ lädt ein zu der Sonderveranstaltung zu Gunsten der Initiative CASA HOGAR.

Lecker speisen und gleichzeitig was Gutes tun!

Was unterscheidet den Kölner vom Immi? Die lässige Eleganz mit der er ein Wissen über seine Stadt erfinden kann, das er natürlich gar nicht hat! Nicht haben muss, selbstverständlich (!), ein echter Kölner ist naturgemäß immer auch ein Snob gegenüber zu viel lokaler Bildung. Die überlässt er den Touris, die mit GPS und Handy über die Domplatte stolpern und einander fragen, ob Tünnes und Schäl oder die Heinzelmännchen zufällig was über die Teufelsglocke wissen. So was! Da sagt sich der Kölner lieber: „Man moss ooch jönne könne …“ – und schweigt vornehm. Aber zu ganz besonderen Anlässen mischt sich der Kölner mit seinem von Fakten unbelasteten Unterhaltungshunger dann doch mit dem Immi und dem Touri – nämlich zum Beispiel an unserem einmaligen Quizabend: „Wer hätt et jewoss?“

Die Hälfte der Ticketeinnahmen der Veranstaltung fließt in die Arbeit der gemeinnützigen Initiative CASA HOGAR. Der im Rheinland gegründete Verein leistet seit vier Jahren aktive Entwicklungszusammenarbeit mit effektiven Partnern in einer der ärmsten Regionen von Kolumbien. Der Schwerpunkt vor Ort liegt im Bereich der Frauenbildung – ein nüchternes Wort für dringend benötigte Hilfe. Unsere Künstler unterstützen mit ihren Auftritten CASA HOGAR beim Ausbau von Bildungsmöglichkeiten für Mädchen im Chocó.

Was gibt es?
Neben einem geselligen und kurzweiligen Abend gibt es ein 3-Gänge-Menü (vegetarische Alternative wird angeboten) und eine Auswahl an alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken während der Veranstaltung. Außerdem die mögliche Siegprämie in Höhe von 111 Euro.

Wann?
21. März, Beginn der Show ist 20.00 Uhr, Einlass ist eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Wo?
Kasino im Gasthaus „Zum Jan“, Thieboldsgasse 137, direkt am Kölner Neumarkt

 

Eintrittskarten?
Tickets zu 89,- € pro Person (die Hälfte der Einnahmen geht an CASA HOGAR!)  gibt es im Gasthaus „Zum Jan“, per E-Mail show@zum-jan.koeln oder bei Köln Ticket

 

 

 

 

Hannah Wagner-Gillen (16 Jahre alt!) hat im Alleingang diese spannende Veranstaltung zu Gunsten von CASA HOGAR organisiert!

Im Zentrum des Abends steht dabei ein Leseabend, mit zahlreichen inspirierenden Beiträgen von jungen Künstler*innen. Neben den Lesungen findet eine Kunstausstellung zum Thema “Angst, Isolation und Bewusstsein” mit Installationen und Gemälden statt.

Unter dem Motto “Antennen Ausrichten”, möchten wir so durch die künstlerischen Beiträge zum Nachdenken anregen und das Bewusstsein auf die Zustände im Choco in Kolumbien lenken. Denn wir alle sind dafür verantwortlich, Ungerechtigkeiten zu bekämpfen und allen Menschen zu ermöglichen, für ihre eigenen Rechte und ihre eigene Zukunft einzustehen!

6. März, 19 Uhr, Mensa des St. Michael-Gymnasiums in Bad Münstereifel

Außerdem gibt es Erfrischungen von der “Männer-Koch-AG”.

Wir freuen uns und sind sehr gespannt!

Die schulfreie Zeit im Wohnheim „Casa Hogar Niña María” ist vorbei: Seit Ende Januar sind die Mädchen zurück vom Urlaub bei ihren Familien. Ein Rückblick

Zwei Mal im Jahr heißt es im Wohnheim in Istmina: Ferienzeit! Das Wohnheim schließt, und die Mädchen machen sich auf den Weg zu ihren indigenen Familien. Die meisten von ihnen haben eine beschwerliche Reise durch den Dschungel vor sich. Acht bis neun Stunden dauert ihre Fahrt über die Flüsse, die im wenig erschlossenen Chocó als Straßen dienen. Die Eltern holen ihre Töchter im Wohnheim ab und begleiten sie auf dieser Reise. 50 Euro pro Person kostet die Fahrt – für die Familien im Chocó ein hoher wirtschaftlicher Aufwand. Die meisten von ihnen leiden unter Armut.

Doch der Aufwand lohnt sich. Mehr als zwei Monate dauern die Ferien, von Ende November bis Ende Januar. Kehren die Mädchen in dieser Zeit zu ihren indigenen Familien zurück, besinnen sie sich auch auf ihre Wurzeln. Im Wohnheim in Istmina sprechen sie die meiste Zeit nur Spanisch. Bei ihren Familien kommen sie wieder in Kontakt mit ihrer Tradition und Sprache. Außerdem können die Mädchen zu Hause in die ursprüngliche Natur eintauchen, etwa bei einem Flussbad. Ein Erlebnis, das in Istmina aufgrund der Verschmutzung nicht möglich ist.

Die Mädchen stammen aus zwei unterschiedlichen Ethnien. Janyelina (11), Shirley (16) und Russili (10) gehören der der indigenen Wounaan-Ethnie an, Jannesy (9) und Jessenia (11) dem Volk der Embera. Bei ihren Familienbesuchen können sie das Wissen weitergeben, das sie im Schulunterricht erhalten haben. Die Eltern, die meist keinen Zugang zu Bildung hatten, sind stolz auf ihre schlauen Töchter.

Wenn die Mädchen nach der zweimonatigen Ferienzeit ins Wohnheim „Casa Hogar Niña María“ zurückkehren, sind manche von ihnen schwer bepackt mit Köstlichkeiten aus ihren Dörfern: Kochbananen, Früchte, Reis. Stolz präsentieren sie den anderen ihre Mitbringsel. Bis zu den nächsten Ferien!

Großes Benefizkonzert für CASA HOGAR in der Kölner Philharmonie!

ALTE BEKANNTE | ALEKSEY IGUDESMAN | BODO WARTKE spielen für CASA HOGAR.

HIER gibt es weitere Informationen zu den Künstlern und zum Ticketverkauf.

Mit Unterstützung durch die Initiative Teilen stattete CASA HOGAR einen extra Lernraum im Wohnhaus CASA HOGAR Niña María aus. Bücher, Lernmaterialien, zwei Computer und ein Drucker wurden angeschafft. Mit dieser Ausstattung brauchen die Mädchen künftig nicht mehr Zeit, Geld und Energie in die vorübergehende Nutzung von Computern (via Internetcafé) sowie Ausdrucke und Kopien zu stecken, wenn bei Hausaufgaben die Nutzung von Computern erforderlich ist.

Außerdem mussten die Mädchen ihre Hausaufgaben bisher an den Tischen im Essens- und Aufenthaltsraum machen, eine ständige Herausforderung für ihre Konzentration, da in diesem Raum diejenigen Mädchen spielen, die ihre Hausaufgaben bereits fertig haben. Nun haben sie einen extra Lernraum mit allem Nötigen und können sich dorthin zum konzentrierten Lernen und Arbeiten zurückziehen.

Mit Unterstützung durch die Initiative Teilen stattete CASA HOGAR einen extra Lernraum im Wohnhaus CASA HOGAR Niña María aus. Bücher, Lernmaterialien, zwei Computer und ...

Am 4. Juni wurde in Anwesenheit von CASA HOGAR-Gründer Theodor Rüber, Geschäftsführerin Angelika Schubert, Projektreferentin Laura Morales, Kulturbotschafterin Magdalena Hoffmann, Kamerafrau Angelika Huber und Architekt Santiago Osorio das neue Colegio Diocesano in Istmina feierlich eingeweiht. Die Kapazität des Gebäudes wurde von 168 Schülern auf mehr als das doppelte erweitert und das Colegio bietet nun Unterricht bis zur Hochschulreife. Einige letzte Arbeiten zum Feuerschutz stehen noch aus, und danach kann die Nutzung der Schule beginnen!

 

Padre DoneyIn der Feier wurde gleichzeitig dem wenige Wochen zuvor verstorbenen Schulleiter, unserem Freund Padre Doney, gedacht. Er hatte immer von einer Erweiterung der Schule geträumt und konnte die Fertigstellung noch erleben.

CASA HOGAR freut sich sehr, mit diesem wichtigen Ereignis eines seiner zwei großen Ziele in nur drei Jahren erreicht zu haben – Bildung für Kinder im Chocó. Mit umso mehr Energie stürzen wir uns nun auf die Realisierung unseres zweiten, damit verbundenen Ziels: ein Wohnhaus für benachteiligte Mädchen!

© Film und Fotos: Angelika Huber

Ende Februar trat der Fluss San Juan nach immensen Regenfällen in Istmina über die Ufer und richtete viel Schaden an. Betroffen sind über 5000 Menschen, insbesondere in den ärmeren Vierteln. Ihnen fehlt noch immer vieles zum alltäglichen Leben.

Casa Hogar hat nun für etwa 60 Familien Lebensmittel, Medizin, Haushaltsutensilien und Baumaterialien im Wert von 3000 € verteilt, vor allem an Familien mit Kindern und Älteren.

Für ein oder mehrere extra Ostereier ??? an CASA HOGAR gibt es jetzt einen sehr bequemen Weg: Das Spendenportal der Pax-Bank ermöglicht unkompliziert eine Spende per Lastschrifteinzug oder per PayDirekt.

Und natürlich gibt es eine bei der Steuer absetzbare Spendenbescheinigung!

https://www.pax-bank-spendenportal.de/o…/casa-hogar-e-v.html