Dezember 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Unterstützerinnen und Unterstützer von CASA HOGAR,

mit unserem Weihnachtsrundbrief an Sie haben wir versucht, Sie in möglichst umfassender, dabei aber nicht überbordend ausführlicher Weise über den Stand der Dinge bei CASA HOGAR zu informieren.

Einige Punkte konnten wir unter der Prämisse, „nicht überbordend ausführlich“ schreiben zu wollen, naturgemäß nur anreißen. Diese wollen wir hier ein wenig weiter ausführen. Dass Sie diese Seite aufgerufen haben, zeigt, dass der Informationsbedarf da ist – wir danken Ihnen sehr herzlich für Ihr Interesse! Und wir ermutigen Sie ausdrücklich zu Rückfragen und Anmerkungen, am besten per Mail an info@casa-hogar.de, falls auch die folgenden Zeilen Ihre Fragen nicht klären können sollten.

Und natürlich wünschen wir Ihnen außerdem eine gute Lektüre – und nicht zuletzt ein frohes Weihnachtsfest!

Bleiben Sie uns auch im Neuen Jahr gewogen,
mit besten Grüßen,
Ihr Team von
CASA HOGAR Deutschland e.V.

Der Stand bei unserem Wohnhaus für 20 Mädchen

Istmina

Es ist unser Kernprojekt, das erste große Ziel, mit dem wir 2015 unsere Arbeit begonnen haben: ein Wohnhaus, in dem 20 Mädchen sicher und geborgen wohnen und die Schule „Colegio Diocesano San José“ besuchen können. Nachdem dank unserer Unterstützer die Finanzierung schnell gesichert war, nahm der Bau im Jahr 2016 zunächst gute Fahrt auf. Allerdings wurden 2017 Mängel an der Statik festgestellt, derentwegen die Arbeiten zunächst unterbrochen und Untersuchungen angestellt werden mussten. Verschiedene Fachleute kamen zu verschiedenen Ergebnissen. Einig waren sie sich, dass der Bau in der bestehenden Form zu instabil ist, um als Wohnhaus genutzt werden zu können. Uneinigkeit herrschte in der Frage, ob die gefundenen Mängel zu einem lohnenden Preis behoben werden könnten. Diese Unklarheit besteht leider bis heute, sodass die Bauarbeiten nicht wiederaufgenommen worden sind.

Aber CASA HOGAR war deshalb in der Zwischenzeit nicht untätig, im Gegenteil: Da wir uns alle einig sind, wie wertvoll und notwendig ein solches Wohnhaus für die potenziellen Bewohnerinnen wie für Istmina insgesamt ist, haben wir erreichen können, dass uns das Bistum Istmina-Tado ein kleineres Haus zunächst für fünf Mädchen zur Verfügung stellt. Dieses Haus, von den Mädchen selbst „Casa Hogar Niña María“ getauft, ist seit Anfang 2018 in Betrieb. Die Mädchen fühlen sich dort unter der Betreuung von Schwester Belkis und Schwester Elena äußerst wohl und genießen es, im Colegio Diocesano (finanziert durch Stipendien) zu lernen.

Gleichzeitig haben wir uns entschlossen, mit dem Bau des großen Wohnhauses fortzufahren, allerdings zunächst nicht mit dem bereits begonnenen Teil, dessen statische Probleme nach wie vor ungelöst sind, sondern mit einem neuen Trakt. Erste Zeichnungen, Baupläne und Kostenvoranschläge liegen uns vor und befinden sich derzeit in der Prüfung. Wir sind zuversichtlich, 2019 mit dem Bau eines soliden und großen Wohnhauses beginnen zu können. Gleichzeitig prüfen wir weiterhin, ob und wie das bereits begonnene Gebäude noch nutzbar gemacht werden kann. Im ungünstigsten Fall werden wir um einen Abriss nicht herumkommen. Im besten Fall findet sich eine kostengünstige Verstärkung der Struktur, sodass wir den Bau wie ursprünglich geplant werden nutzen können. Die Idee des Wohnhauses sah ja ohnehin die Möglichkeit einer späteren Aufstockung vor, denn der Bedarf vor Ort ist riesig.

Und: Aktuell wird sogar schon wieder gebaut, allerdings noch nicht am Wohnhaus selbst, sondern zunächst an einer Umfriedung des gesamten Geländes. Wenn Sie die Aktivitäten von CASA HOGAR schon länger verfolgen, haben Sie mitbekommen, dass der Bau des Wohnhauses auch durch die Machenschaften der sogenannten „invasores“ schwer behindert wurde. Die „invasores“ sind eine kriminelle Gruppe im Chocó, deren Geschäftsmodell darin besteht, sich widerrechtlich und mitunter gewaltsam Immobilien oder Grundstücke anzueignen. Sie dringen auf Baustellen ein, behaupten mit gefälschten Papieren, das zu bebauende Grundstück gehöre eigentlich ihnen, und unterstreichen ihre Ansprüche mit Waffengewalt.

In Deutschland würde man zur Polizei und zum Grundbuchamt gehen, und die Sache wäre schnell geklärt. Das ist in Istmina gleichwohl nicht so einfach möglich, und darauf spekulieren die invasores: Ein Grundbuchamt mit derselben unbestechlichen Gründlichkeit des hiesigen Systems gibt es dort nicht. Gerichtsverfahren sind langwierig und teuer und ein guter Ausgang ist auch bei vermeintlich eindeutiger Lage aufgrund von Korruption keineswegs sicher. Deshalb scheuen viele Opfer der invasores den aufreibenden und wenig hoffnungsvollen juristischen Weg und überlassen den invasores lieber das Feld.

Mit einer Umfriedung um das Gelände wird das Risiko, zum Opfer von Angriffen der invasores zu werden, deutlich minimiert. Es werden klare – juristische wie physische – Verhältnisse geschaffen. Da auch das kleine „Casa Hogar Niña María“ sich direkt neben dem Gelände befindet, auf dem das neue Wohnhaus entstehen soll, können „unsere“ fünf Mädchen auch schon den geschützten Bereich zum unbesorgten Spielen und Toben nutzen.

Wir werden Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten!

Der neue Bischof – unser Partner vor Ort in Istmina

Der Bischof der Diözese Istmina-Tadó Monseñor Mario de Jesús

Monseñor Mario de Jesús – so heißt der neue Bischof der Diözese Istmina-Tadó. Im März 2018 hat er sein Amt übernommen. Spätestens seit unserem Besuch bei ihm in Istmina im Sommer und seinem Gegenbesuch bei uns in Bonn und Köln im Herbst setzt er sich mit vollem Elan für die Projekte von CASA HOGAR ein.

Mario de Jesús ist ein eher stiller Mensch, keiner, der sich in die erste Reihe drängt oder mit flammenden Reden die Menschen in Bann schlägt. Aber er ist zupackend und strukturiert, er weiß sich durchzusetzen und er regelt die Dinge, die geregelt werden müssen – und nicht zuletzt: er kann auch loslassen und delegieren, wenn er erkennt, dass ein*e andere*r die anstehende Aufgabe besser lösen kann. Für CASA HOGAR ist er ein unschätzbarer Gewinn, und die Zusammenarbeit gestaltet sich bisher äußerst positiv: schriftliche Garantien über Grundstücksnutzungsrechte, Einrichtungen von Institutionen, Unterstützung bei Baumaßnahmen – die Fortschritte, die wir mit ihm gemeinsam in erst relativ kurzer Zeit machen konnten, sehen nicht spektakulär aus, sind aber ungeheuer wichtig und sichern unsere Entwicklungszusammenarbeit langfristig und nachhaltig ab.

Mit seiner unprätentiösen, klaren Art hat er die Menschen in seinem Bistum für sich gewinnen können und öffnet so auch für CASA HOGAR viele Türen. Wir blicken freudvoll-gespannt auf die weitere Zusammenarbeit in der näheren Zukunft und gehen die nächsten Schritte sehr zuversichtlich an!

In der Schule – das Colegio Diocesano San José

Erweiterungsbau des Colegio Diocesano

Es ist das zweite große Projekt von CASA HOGAR: Der Ausbau des Colegio Diocesano San José. Bisher eine reine Grundschule (bis Klasse 8, wie in Kolumbien üblich) wird das Colegio schon bald über genügend Räumlichkeiten und Lehrkräfte verfügen, um seine Schüler*innen zur Fachhochschulreife und bis zur Hochschulreife zu führen. 438 statt wie bisher 202 Schüler*innen können dann hier unterrichtet werden – und das heißt: Es wird nicht nur mehr Jahrgänge geben, sondern auch mehr Schüler*innen pro Jahrgang.

Die Baumaßnahmen schreiten derzeit plangemäß voran. Wir klopfen auf Holz und drücken die Daumen, dass es so weitergeht! Schon jetzt profitieren die Schüler*innen vom neuen Computerraum mit 25 Computern, der digitales Lernen ermöglicht – ein großer Fortschritt.

Und schließlich soll es auch demnächst weitere pädagogische Workshops geben nach Art des Film-Workshops von Josephine Landertinger-Forrero (wir berichteten): Bildung und Empowerment, Stärkung von Mädchen und Frauen, das Aufbrechen tief wurzelnder machistischer Strukturen – das ist nicht nur das Anliegen von CASA HOGAR, sondern auch vom Colegio Diocesano.

Aktivitäten von CASA HOGAR in Deutschland

Unser Team wächst weiter!
In fast allen Bereichen können wir uns über die Unterstützung von neuen Leuten freuen, die genauso fähig wie nett und engagiert sind. Sie betreiben Spendenakquise, machen die Buchhaltung, schreiben Texte für Homepage, Facebook, Printprodukte, sie sorgen dafür, dass unsere Homepage funktioniert und ebenso die digitale Vernetzung der Teammitglieder. Wir sind froh und dankbar, dass sich weiterhin Menschen für unser Anliegen begeistern und sich aktiv einbringen wollen!

Ebenfalls dankbar sind wir „startsocial“. startsocial ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des ehrenamtlichen sozialen Engagements und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Unter dem Motto „Hilfe für Helfer“ vergibt startsocial jährlich 100 viermonatige Beratungsstipendien.

Vom Know-How, das startsocial vorzuweisen hat, wollten wir gerne profitieren, haben uns deshalb beworben – und sind tatsächlich ausgewählt worden. Seit November 2018 (und noch bis Februar 2019) werden wir nun professionell gecoacht werden und merken schon jetzt, wie sehr uns das weiterbringt. Wir erhalten wertvolle Tipps, wie wir unsere Arbeit noch effizienter, zielstrebiger, sinnvoller, kurz: besser machen können als bisher. Und weil bei den startsocial-Wettbewerben in jeder Wettbewerbsrunde rund 500 Fach‐ und Führungskräfte als ehrenamtliche Coaches und Juroren ihr Know‐how einbringen, freuen wir uns nicht nur über den wertvollen Input, sondern auch die uns zuteil gewordene Anerkennung, die sich darin ausdrückt!

Und zu guter Letzt werfen auch noch zwei größere „CASA-HOGAR-Kultur-Events“ ihre Schatten voraus. Noch stehen sie nicht ganz unmittelbar vor Tür, aber die Zeit vergeht ja dann doch immer schnell: Mit zwei Konzerten möchten wir in den kommenden Jahren auf das Anliegen von CASA HOGAR öffentlichkeitswirksam aufmerksam machen – und natürlich auch Spenden generieren. Wir konnten die Alten Bekannten gewinnen, für uns ein Benefizkonzert im Cityforum in Euskirchen zu geben, sowie neben den Alten Bekannten auch noch Bodo Wartke und Aleksey Igudesman für ein gemeinsames Konzert in der – Trommelwirbel – Kölner Philharmonie! Der Kartenvorverkauf hat noch nicht begonnen. Trotzdem hier schon einmal die Daten zum Eintragen in den Kalender:

  • 21. September 2019 – Alte Bekannte im Cityforum Euskirchen
  • 21. Juni 2020 – Alte Bekannte, Bodo Wartke, Aleksey Igudesman (und Gäste) in der Kölner Philharmonie.

 

Wir werden natürlich hier auf der Homepage und auf Facebook informieren, sobald der Kartenvorverkauf eröffnet ist. Ihnen, unseren Unterstützerinnen und Unterstützern, möchten wir gerne als kleines Dankeschön den Service anbieten, sich direkt von uns informieren zu lassen, sobald Tickets erhältlich sind. Schicken Sie einfach eine Mail mit dem Betreff „Kartenvorverkauf“ an j.dickopf@casa-hogar.de, und wir werden Ihnen schreiben, sowie Sie Karten kaufen können.