Schulsystem in Kolumbien

HINTERGRUND / SCHULSYSTEM

Das Schulsystem in Kolumbien

Das kolumbianische Bildungssystem ist vierstufig aufgebaut: Beginnend mit der Vorschule (Educación Inicial) lernen manche Kinder bereits mit vier oder fünf Jahren das Lesen. Die Schulpflicht erstreckt sich über 9 Jahre: fünf Grundschuljahre und vier Jahre auf einer weiterführenden Schule (Educación Básica, primaria y secundaria). Nach zwei weiteren Schuljahren wird die Hochschulreife (Bachillerato, entspricht dem deutschen Abitur) erlangt, dabei sind verschiedene Spezialisierungen möglich. Diese qualifizieren nicht nur für ein Studium an der Universität sondern auch für diverse Berufsausbildungen, zum Beispiel im technischen, pädagogischen oder sozialen Bereich.

Auch wenn die Teilnahme an den ersten neun Jahren der Schulbildung staatlich verpflichtend ist, gibt es insbesondere in den ländlichen Regionen viele SchülerInnen, die nur zeitweilig am Unterricht teilnehmen. Grund dafür ist zum einen die von den Familien erwartete Mitarbeit zu Hause, zum anderen die dezentral organisierte Bildungspolitik. Das hat zur Folge, dass es in den ärmeren Distrikten an Klassenräumen, Lehrern und Materialien mangelt.

Ähnlich einzuordnen ist auch die Situation in Istmina. Dort befindet sich das von uns unterstützte Colegio Diocesano San José. Es ist die an Abschlüssen gemessen beste Schule der Region, ermöglicht momentan 168 Kindern den Schulbesuch und wird von der katholischen Kirche geleitet, konkret von der Diözese des Chocó durch Padre José Doney Rojas Marulanda. Damit die 40 Mädchen des neu errichteten Wohnhauses die Hochschulreife erlangen und die vorhandenen Jahrgänge dementsprechend aufgestockt werden können, ist ein Ausbau der Schule nötig.

© Angelika Huber
© Angelika Huber