Meanwhile in Istmina …

Es haben sich ein paar Neuigkeiten angesammelt, seit wir das letzte Mal aus Istmina berichtet haben. Die erste Neuigkeit ist eine ganz und gar hervorragende: Die ersten fünf Mädchen wohnen in unserem CASA-HOGAR-Haus, leben dort sicher und gut versorgt von unseren Schwestern Belkis Yolanda und Elena Luisa! Anfang Februar 2018 sind sie eingezogen und besuchen seither auch den Schulunterricht am Colegio Diocesano.

Vier der Mädchen sind indigen, eine ist afrokolumbianisch, alle im Alter zwischen acht und 14 Jahren. Auf Anraten unserer Experten verzichten wir schweren Herzens auf eine namentliche Vorstellung der Mädchen, auch wenn dies schön wäre und sicher noch einmal eine andere, persönlichere Verbindung herstellen könnte. Aber die Erfahrungen aus der Entwicklungszusammenarbeit legen nahe, dass Menschen, die Teil von Projekten wie CASA HOGAR sind, dafür im späteren Leben mitunter Stigmatisierungen ausgesetzt sind — und das wollen wir den Mädchen natürlich, so gut es geht, ersparen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Für uns ist es natürlich phantastisch, dass unser Kernprojekt, der Ursprung unseres Engagements, jetzt an diesen Punkt gelangt ist, dass des jetzt diesen für uns durchaus historischen Meilenstein „Einzug der ersten Bewohnerinnen“ passiert hat. Einerseits.

Andererseits enthält die frohe Kunde auch einen gewaltigen Wermutstropfen: Das Haus, in dem die fünf Mädchen wohnen, ist leider nicht das von uns gebaute. Unser eigentliches, großes CASA-HOGAR-Haus, das Projekt, mit dem unser Engagement ursprünglich begann, ist derzeit leider immer noch eine Baustelle, weil noch immer nicht definitiv geklärt werden konnte, wie die Defizite an den Fundamenten des äußerlich eigentlich schon fast fertig scheinenden Baus behoben werden können. Gemeinsam mit den Architekten und Bauingenieurinnen vor Ort machen wir Fortschritte, aber es sind kleine Fortschritte, die deutlich langsamer erfolgen, als wir alle uns das wünschen würden.

(Foto: Jenn Fabray)

Darum haben wir uns im Rahmen unseres letzten Besuchs in Kolumbien bei der Diözese Istmina-Tadó dafür eingesetzt und schließlich erwirkt, dass uns ein leerstehendes, voll funktionsfähiges – jedoch eben kleineres – Haus als Zwischenlösung zur Verfügung gestellt wird. Die Wohnbedingungen im „kleinen CASA-HOGAR-Haus“ sind sehr gut, das Haus ist solide, mittlerweile ordentlich ausgestattet und bietet für fünf Mädchen und zwei Schwestern bequem Platz. Es ist klar, dass dies keine Dauerlösung sein kann und auch nicht sein soll. Darum versuchen wir mit unvermindertem Eifer die Fertigstellung des „großen CASA-HOGAR-Hauses“ voranzutreiben, damit endlich die angestrebten bis zu 25 Mädchen vom Schutz des sicheren Wohnortes, der Fürsorge unserer Schwestern und der Schulbildung am Colegio Diocesano profitieren können.

Nicht nur, aber auch deshalb sind unsere Teamer Laura, Angelika und Theo derzeit erneut bei unseren Partnern in Istmina (und Cali, Quibdo, Bogota und an weiteren Orten). Hoffen wir, dass ihre Reise erfolgreich ist, dass sie gute Neuigkeiten mit nach Hause bringen können – und vor allem, dass sie wohlbehalten wiederkommen!

Schon jetzt können Sie auf Facebook Theodors Reisetagebuch verfolgen. Eine Zusammenfassung der Reise wird demnächst aber auch hier an dieser Stelle zu lesen sein.

 

 

 

(Beitragsfoto: Josephine Landertinger Forrero)