Ende Februar trat der Fluss San Juan nach immensen Regenfällen in Istmina über die Ufer und richtete viel Schaden an. Betroffen sind über 5000 Menschen, insbesondere in den ärmeren Vierteln. Ihnen fehlt noch immer vieles zum alltäglichen Leben.

Casa Hogar hat nun für etwa 60 Familien Lebensmittel, Medizin, Haushaltsutensilien und Baumaterialien im Wert von 3000 € verteilt, vor allem an Familien mit Kindern und Älteren.

Aktuell arbeiten wir vor allem an der Ausstattung eines Lernraums: Noch in diesem Monat soll ein richtiger Rückzugsort entstehen, an dem sich die Mädchen voll und ganz konzentrieren und Zeit und Ruhe für sich haben können. Das beinhaltet neben geeigneten Tischen und Stühlen natürlich auch den Zugang zu Büchern und einem Computer.

Außerdem steht der Installation eines Wassertanks nun fast nichts mehr im Weg! Neben diesen größeren Anschaffungen beteiligen wir uns natürlich auch weiterhin an den laufenden Kosten für Casa Hogar Niña María. Neben Essen, Wasser und Strom sind das beispielsweise Schulmaterialien und Hygieneartikel.

Ein Stolperstein, der hoffentlich bald aus dem Weg geräumt werden kann, ist der leider andauernde Baustopp der Einzäunung um das Gelände des Wohnhauses. Bischof Monseñor Mario de Jesús ist diesbezüglich bereits diplomatisch im Einsatz, eine Lösung ist also in Sicht.

Parallel wird am Design für das Wohnhaus gearbeitet und ein Treffen mit allen Beteiligten vor Ort ist geplant. Damit sich dann auch wirklich alle wohl fühlen und indirekt und direkt Beteiligte weiterhin voll hinter dem Projekt stehen können und wollen. Es bleibt spannend!

Es ist unser Kernprojekt, das erste große Ziel, mit dem wir 2015 unsere Arbeit begonnen haben: ein Wohnhaus, in dem 20 Mädchen sicher und geborgen wohnen und die Schule „Colegio Diocesano San José“ besuchen können. Nachdem dank unserer Unterstützer die Finanzierung schnell gesichert war, nahm der Bau im Jahr 2016 zunächst gute Fahrt auf. Allerdings wurden 2017 Mängel an der Statik festgestellt, derentwegen die Arbeiten zunächst unterbrochen und Untersuchungen angestellt werden mussten. Verschiedene Fachleute kamen zu verschiedenen Ergebnissen. Einig waren sie sich, dass der Bau in der bestehenden Form zu instabil ist, um als Wohnhaus genutzt werden zu können. Uneinigkeit herrschte in der Frage, ob die gefundenen Mängel zu einem lohnenden Preis behoben werden könnten. Diese Unklarheit besteht leider bis heute, sodass die Bauarbeiten nicht wiederaufgenommen worden sind.

Aber CASA HOGAR war deshalb in der Zwischenzeit nicht untätig, im Gegenteil: Da wir uns alle einig sind, wie wertvoll und notwendig ein solches Wohnhaus für die potenziellen Bewohnerinnen wie für Istmina insgesamt ist, haben wir erreichen können, dass uns das Bistum Istmina-Tado ein kleineres Haus zunächst für fünf Mädchen zur Verfügung stellt. Dieses Haus, von den Mädchen selbst „Casa Hogar Niña María“ getauft, ist seit Anfang 2018 in Betrieb. Die Mädchen fühlen sich dort unter der Betreuung von Schwester Belkis und Schwester Elena äußerst wohl und genießen es, im Colegio Diocesano (finanziert durch Stipendien) zu lernen.

Gleichzeitig haben wir uns entschlossen, mit dem Bau des großen Wohnhauses fortzufahren, allerdings zunächst nicht mit dem bereits begonnenen Teil, dessen statische Probleme nach wie vor ungelöst sind, sondern mit einem neuen Trakt. Erste Zeichnungen, Baupläne und Kostenvoranschläge liegen uns vor und befinden sich derzeit in der Prüfung. Wir sind zuversichtlich, 2019 mit dem Bau eines soliden und großen Wohnhauses beginnen zu können. Gleichzeitig prüfen wir weiterhin, ob und wie das bereits begonnene Gebäude noch nutzbar gemacht werden kann. Im ungünstigsten Fall werden wir um einen Abriss nicht herumkommen. Im besten Fall findet sich eine kostengünstige Verstärkung der Struktur, sodass wir den Bau wie ursprünglich geplant werden nutzen können. Die Idee des Wohnhauses sah ja ohnehin die Möglichkeit einer späteren Aufstockung vor, denn der Bedarf vor Ort ist riesig.

Und: Aktuell wird sogar schon wieder gebaut, allerdings noch nicht am Wohnhaus selbst, sondern zunächst an einer Umfriedung des gesamten Geländes. Wenn Sie die Aktivitäten von CASA HOGAR schon länger verfolgen, haben Sie mitbekommen, dass der Bau des Wohnhauses auch durch die Machenschaften der sogenannten „invasores“ schwer behindert wurde. Die „invasores“ sind eine kriminelle Gruppe im Chocó, deren Geschäftsmodell darin besteht, sich widerrechtlich und mitunter gewaltsam Immobilien oder Grundstücke anzueignen. Sie dringen auf Baustellen ein, behaupten mit gefälschten Papieren, das zu bebauende Grundstück gehöre eigentlich ihnen, und unterstreichen ihre Ansprüche mit Waffengewalt.

In Deutschland würde man zur Polizei und zum Grundbuchamt gehen, und die Sache wäre schnell geklärt. Das ist in Istmina gleichwohl nicht so einfach möglich, und darauf spekulieren die invasores: Ein Grundbuchamt mit derselben unbestechlichen Gründlichkeit des hiesigen Systems gibt es dort nicht. Gerichtsverfahren sind langwierig und teuer und ein guter Ausgang ist auch bei vermeintlich eindeutiger Lage aufgrund von Korruption keineswegs sicher. Deshalb scheuen viele Opfer der invasores den aufreibenden und wenig hoffnungsvollen juristischen Weg und überlassen den invasores lieber das Feld.

Mit einer Umfriedung um das Gelände wird das Risiko, zum Opfer von Angriffen der invasores zu werden, deutlich minimiert. Es werden klare – juristische wie physische – Verhältnisse geschaffen. Da auch das kleine „Casa Hogar Niña María“ sich direkt neben dem Gelände befindet, auf dem das neue Wohnhaus entstehen soll, können „unsere“ fünf Mädchen auch schon den geschützten Bereich zum unbesorgten Spielen und Toben nutzen.

startsocial ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des ehrenamtlichen sozialen Engagements und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Unter dem Motto „Hilfe für Helfer“ vergibt startsocial jährlich 100 viermonatige Beratungsstipendien. Der Wettbewerb wird seit 2001 veranstaltet und ist damit Pionier in der Beratung ehrenamtlich getragener sozialer Initiativen in Deutschland.

Vom Know-How, das startsocial vorzuweisen hat, wollten wir natürlich auch gerne profitieren. So haben wir uns beworben – und sind tatsächlich ausgewählt worden. Zwischen November 2018 und Februar 2019 werden wir nun professionell gecoacht werden. Wir erhalten wertvolle Tipps, wie wir unsere Arbeit noch effizienter, zielstrebiger, sinnvoller, kurz: besser machen können als bisher.

Und weil bei den startsocial-Wettbewerben in jeder Wettbewerbsrunde rund 500 Fach‐ und Führungskräfte als ehrenamtliche Coaches und Juroren ihr Know‐how einbringen, gilt die erfolgreiche Teilnahme mittlerweile übrigens als ein Gütesiegel freiwilligen Engagements in Deutschland. Wir freuen uns also nicht nur auf wertvollen Input in der nahen Zukunft, sondern sind schon jetzt sehr dankbar für die uns zuteil gewordene Anerkennung!

Es haben sich ein paar Neuigkeiten angesammelt, seit wir das letzte Mal aus Istmina berichtet haben. Die erste Neuigkeit ist eine ganz und gar hervorragende: Die ersten fünf Mädchen wohnen in unserem CASA-HOGAR-Haus, leben dort sicher und gut versorgt von unseren Schwestern Belkis Yolanda und Elena Luisa! Anfang Februar 2018 sind sie eingezogen und besuchen seither auch den Schulunterricht am Colegio Diocesano.

Vier der Mädchen sind indigen, eine ist afrokolumbianisch, alle im Alter zwischen acht und 14 Jahren. Auf Anraten unserer Experten verzichten wir schweren Herzens auf eine namentliche Vorstellung der Mädchen, auch wenn dies schön wäre und sicher noch einmal eine andere, persönlichere Verbindung herstellen könnte. Aber die Erfahrungen aus der Entwicklungszusammenarbeit legen nahe, dass Menschen, die Teil von Projekten wie CASA HOGAR sind, dafür im späteren Leben mitunter Stigmatisierungen ausgesetzt sind — und das wollen wir den Mädchen natürlich, so gut es geht, ersparen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Für uns ist es natürlich phantastisch, dass unser Kernprojekt, der Ursprung unseres Engagements, jetzt an diesen Punkt gelangt ist, dass des jetzt diesen für uns durchaus historischen Meilenstein „Einzug der ersten Bewohnerinnen“ passiert hat. Einerseits.

Andererseits enthält die frohe Kunde auch einen gewaltigen Wermutstropfen: Das Haus, in dem die fünf Mädchen wohnen, ist leider nicht das von uns gebaute. Unser eigentliches, großes CASA-HOGAR-Haus, das Projekt, mit dem unser Engagement ursprünglich begann, ist derzeit leider immer noch eine Baustelle, weil noch immer nicht definitiv geklärt werden konnte, wie die Defizite an den Fundamenten des äußerlich eigentlich schon fast fertig scheinenden Baus behoben werden können. Gemeinsam mit den Architekten und Bauingenieurinnen vor Ort machen wir Fortschritte, aber es sind kleine Fortschritte, die deutlich langsamer erfolgen, als wir alle uns das wünschen würden.

(Foto: Jenn Fabray)

Darum haben wir uns im Rahmen unseres letzten Besuchs in Kolumbien bei der Diözese Istmina-Tadó dafür eingesetzt und schließlich erwirkt, dass uns ein leerstehendes, voll funktionsfähiges – jedoch eben kleineres – Haus als Zwischenlösung zur Verfügung gestellt wird. Die Wohnbedingungen im „kleinen CASA-HOGAR-Haus“ sind sehr gut, das Haus ist solide, mittlerweile ordentlich ausgestattet und bietet für fünf Mädchen und zwei Schwestern bequem Platz. Es ist klar, dass dies keine Dauerlösung sein kann und auch nicht sein soll. Darum versuchen wir mit unvermindertem Eifer die Fertigstellung des „großen CASA-HOGAR-Hauses“ voranzutreiben, damit endlich die angestrebten bis zu 25 Mädchen vom Schutz des sicheren Wohnortes, der Fürsorge unserer Schwestern und der Schulbildung am Colegio Diocesano profitieren können.

Nicht nur, aber auch deshalb sind unsere Teamer Laura, Angelika und Theo derzeit erneut bei unseren Partnern in Istmina (und Cali, Quibdo, Bogota und an weiteren Orten). Hoffen wir, dass ihre Reise erfolgreich ist, dass sie gute Neuigkeiten mit nach Hause bringen können – und vor allem, dass sie wohlbehalten wiederkommen!

Schon jetzt können Sie auf Facebook Theodors Reisetagebuch verfolgen. Eine Zusammenfassung der Reise wird demnächst aber auch hier an dieser Stelle zu lesen sein.

 

 

 

(Beitragsfoto: Josephine Landertinger Forrero)

Nur wenige Wochen nach dem Start von CASA HOGAR bin ich eher zufällig dazugestoßen, in den dann folgenden zweieinhalb Jahren aber hat unser „kleines“ Projekt mein Leben entscheidend geprägt und jetzt sogar essentiell verändert.
Wer bin ich? Mein Name ist Angelika Schubert, geb. 1981 im schwäbischen Leonberg, aufgewachsen im badischen Karlsruhe. Nach zwei Jahren Freiwilligenarbeit in Dänemark (sechs Monate), Indien (ein Jahr) und Deutschland (sechs Monate), wurde ich durch mein Studium an der Universität Bamberg und der Karlsuniversität Prag schließlich zu einer promovierten Romanistin mit der Schwerpunktsprache Spanisch und den Nebenfächern Slavistik und Erwachsenenbildung. Im Jahr 2012 habe ich in einer Münchner Medizinsoftwarefirma als Localization Manager begonnen und dort ein Qualitätssystem für die Übersetzung in 23 Sprachen aufgebaut und umgesetzt – und schließlich wieder abgegeben, um die Leitung des Produktmanagements zu übernehmen und auch in diesem Bereich die internen Prozesse weiterzuentwickeln und zu etablieren.

 

Zu CASA HOGAR kam ich durch einen Aufruf von Theodor Rüber über eine Liste von Stipendiaten des Cusanuswerks, in der er Mitstreiter für eine damals noch namenlose Initiative suchte. Ohne Theodor Rüber zu kennen, habe ich mich von seiner Vision für die Mädchen im Chocó anstecken lassen und meine Spanischkenntnisse als Hilfe angeboten. Anfangs arbeiteten wir an der Übersetzung von Kostenvoranschlägen, dem ersten Förderantrag, den Inhalten für die Webseite und flogen schließlich zum ersten Mal nach Kolumbien — wo ich Theo endlich auch persönlich kennenlernte.

 

Seitdem ist CASA HOGAR ein zentraler Bestandteil in meinem Leben und die Zeit vorher scheint fast unwirklich: die Zeit, als ich noch nicht den Chocó mit seinem großen natürlichen Reichtum und seinen aller Armut und Gewalt zum Trotz fröhlichen Leute kannte; die Zeit ohne regelmäßigen engen Kontakt mit unseren Projektpartnern; die Zeit ohne Förderanträge, Kostenvoranschläge, Baupläne, Analysen, Abrechnungen, …; und vor allem auch die Zeit, als ich noch nicht all die engagierten und lieben Menschen von CASA HOGAR in Deutschland kannte.

 

Es waren letztlich die beeindruckenden Menschen im Chocó und in Deutschland, die mich gegen meine sichere Stelle in München für eine Stelle bei CASA HOGAR haben entscheiden lassen — allen Risiken zum Trotz. Und so schaue ich gern auf die kommende Zeit. Ich vertraue auf unser tolles, motiviertes Team in Deutschland, unsere verlässlichen Partner vor Ort und auch auf Sie als weiterhin wohlgesinnte Spender.

 

Ich freue mich auf den Kontakt mit Ihnen!
Sprechen Sie mich gerne jederzeit an, per Email an a.schubert@casa-hogar.de, per Telefon unter 0228- 76368816 oder per Post.

 

 

 

(Foto: Angelika Huber)

Mit der Intensivierung und Ausweitung unserer Projekte im Chocó und mit dem Wachstum uneres Teams hier in Deutschland hatte der Arbeitsumfang für das Team von CASA HOGAR in den vergangenen Monaten ein nicht mehr verantwortungsvoll leistbares Maß für uns Ehrenamtler*innen erreicht. Da wir unser Engagement jedoch keinesfalls drosseln wollten, war klar, dass wir einer hauptamtlichen Kraft bedurften, die sowohl die Projektkoordination mit unseren Partnern in Kolumbien als auch die Teamkoordination in Deutschland bündeln, überblicken und die Arbeit hier wie dort vorantreiben kann.

Wir hatten das große Glück, mit Dr. Angelika Schubert eine mehr als geeignete Kandidatin für diese komplexe und wichtige Aufgabe bereits als Ehrenamtlerin im Team zu haben. Für CASA HOGAR macht Angelika nun also gewissermaßen ihre Berufung zum Beruf. Sie gibt ihre bisherige Stelle im Management eines Münchner Medizinsoftwareunternehmens auf und wird künftig in unserem neuen Bonner Büro Vollzeit für CASA HOGAR arbeiten. Angelika ist Romanistin und Alt-Cusanerin und nicht zuletzt durch ihre Erfahrungen auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit mehr als qualifiziert.

Dass sie CASA HOGAR von einem sehr frühen Stadium an sehr prägend mitgestaltet hat; dass Sie aufgrund ihrer ehrenamtlichen Reisen in den Chocó all unsere Projektpartner vor Ort persönlich kennt; dass sie also aufgrund ihrer bisherigen Tätigkeiten mit CASA HOGAR in jeder Hinsicht sehr gut vertraut ist – das macht sie nochmal einmal mehr zu unserer absoluten Wunschbesetzung. Durch eine Kooperation mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ e.V. können wir zudem garantieren, dass durch Angelikas Anstellung nicht ein Cent weniger in unsere Projekte in Kolumbien fließt als bisher.

Die Anstellung einer Vollzeitkraft ist für uns ein großer Schritt, fast schon ein Sprung. Wir sind darüber sehr glücklich, weil es verheißt, dass unsere Arbeit künftig noch einmal ein gutes Stück effizienter und professioneller vonstatten gehen wird. Und das ist uns zugleich auch Ansporn: ein solcher Schritt will natürlich durch Ergebnisse gerechtfertigt werden — und für die sind vor allem wir, das Team der Ehrentamtlichen, verantwortlich.

Mehr zu Angelika finden Sie hier.

 

 

(Foto: Angelika Huber)

Einen spannenden und musikalischen Abend konnten 50 Gäste bei Bücher Bartz erleben. Der Krimi-Autor Hans Jürgen Sittig hat zusammen mit dem Gitarristen Bert Enkel die Gäste mit spannenden, lustigen und nachdenklichen Geschichten und Musik auf eine unterhaltsame Reise durch die Eifel mitgenommen.

Hans Jürgen Sittig, geborener Eifeler und mittlerweile Wahl-Bonner, las aus seinen zahlreichen Eifel-Krimis und trug Gedichte und Geschichten aus seinem Band „Honigmuscheln“ vor. Es wurde gebannt zugehört und so manches mal geschmunzelt, wenn Sittig seine Beobachtungen zu gescheiterten Beziehungen und anderen skurrilen Vorfällen teilte. Bert Enkel sorgte mit Swing, Bossa, Musical und Blues Klängen für die perfekte Abwechslung im Programm.

Ein Abend voller spannender Erzählungen, Witz und toller Musik. Wir sagen ein großes Dankeschön, denn beide Künstler verzichteten auf ihr ihr Honorar, so dass der Erlös voll an Casa Hogar ging.

Wie gibt man Menschen eine Stimme? Jungen Mädchen? Kindern aus dem Chocó?

Man kann ihnen zum Beispiel ein Werkzeug bieten, das ihnen hilft, sich auszudrücken. Papier, Stift, Farben – oder eben auch eine Videokamera. Das hat Josephine Landertinger Forero von Global Eyes Production gemacht, und letzten Herbst mit zehn Mädchen und Jungen bei einem Workshop zum Thema “Die Rolle der Frau” geübt, wie man eine Botschaft audiovisuell so verpackt, dass sie ankommt. Mit von der Partie waren auch unsere Schwestern, vor und hinter der Kamera, und haben die Nachwuchsregisseure aus dem Colegio Diocesano und anderen Schulen Istminas tatkräftig unterstützt.

Ganz abgesehen von der Technik muss man auch wissen, was man eigentlich sagen will. Die angehenden Filmemacher hatten eine sehr eindeutige Botschaft: Du kannst alles werden, was du willst. Du kannst alles schaffen, was du willst. Josephine hat ihnen geholfen, diese Botschaft auf Film zu bannen, hat ihnen die Methode des story boards näher gebracht, die Handhabung der Filmausrüstung, und natürlich das Schauspielern. Zehn Kinder aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen haben so etwas ziemlich Beeindruckendes geschafft. Nach der erfolgreichen Premiere beim Berliner Kurzfilmfestival Filmouflage gibt es das Video jetzt, einmal mit deutschen und einmal mit englischen Untertiteln, auch auf Youtube.

Der letzte Schritt beim “eine-Stimme-geben” ist das Zuhören. Jetzt seid also ihr dran; seht euch das Video an – wir sind uns sicher, es wird euch gefallen! Und weil das Projekt bei allen Beteiligten so gut angekommen ist, ist eine Wiederholung definitiv geplant.

Übrigens:  Im Rahmen des Workshops wurden die Kinder auch einmal gebeten “die stärkste Frau der Welt” zu malen. Zehn verschiedene Kinder, potenziell zehn verschiedene stärkste Frauen – und zehn Mal war das Ergebnis: die Mutter! 🙂

Deutsch:

Englisch:

… und deshalb umso schöner: Signum Fair Jewels aus der Schweiz widmet CASA HOGAR seine goldenen „HeartCoins” .
25 Prozent des Kaufpreises gehen an unsere Projekte. Wer also mit dem Gedanken spielt, ein geschmackvolles Schmuckstück zu erwerben, gleichzeitig Gutes tun und nicht ausbeuterische Bodenschatzplünderer unterstützen möchte, der wird bei den HeartCoins von Signum Fair Jewels doppelt und dreifach fündig: Nicht nur geht ein Viertel des Kaufpreises an CASA HOGAR, auch stammt das verwendete Gold aus nachhaltigem und vor allem fairem Goldabbau aus Südamerika — und: die HeartCoins sehen einfach gut aus!

Die Geschichte dahinter ist schnell erzählt und ihrer Banalität fast niedlich, auf jeden Fall sehr erfreulich: Sabine Hellmann, Goldschmiedin, Designerin der HeartCoins und Chefin von Signum Fair Jewels hatte sich überlegt, dass ihre Schmuckstücke nicht nur aus fair abgebauten und gehandelten Rohstoffen bestehen und ihre Träger*innen hübscher machen, sondern darüber hinaus noch mehr Gutes wirken sollten, sprich: dass ein Teil des Erlöses einem wohltätigen Zweck zukommen sollte. Nur wem? Eine google-Suche nach den Schlagworten „Kolumbien”, „Gold”, „Frauenbildung” und „Entwicklungszusammenbarbeit” später war Sabine auf CASA HOGAR aufmerksam geworden und von unserem Konzept so überzeugt, dass sie uns nun unterstützt.

Vielen Dank, Sabine, vielen Dank, Signum Fair Jewels! Auf gute, langlebige Partnerschaft!