Laura Álvarez arbeitet als Assistenzärztin am Uniklinikum Bonn. Aufgewachsen ist sie im Chocó. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

Wer ist Laura Álvarez Velásquez?

Ich bin Laura, Assistenzärztin der Anästhesiologie und Intensivmedizin am UKB Bonn. Geboren bin ich in Quibdó, der Hauptstadt der Region Chocó in Kolumbien, wo ich bis zu meinem zwölften Lebensjahr lebte.

Meine Kindheit im Chocó war eine sehr glückliche. Ich habe viele schöne Erinnerungen daran, wie ich mit meinen Freundinnen im Regen spielte oder mit meinen Geschwistern Fahrradfahren lernte. Durch den vielen Regen gab es auch regelmäßig Überschwemmungen in unserem Stadtteil, doch obwohl den Leuten das Wasser bis zu den Knien stand, wurde weiter gelacht und optimistisch mit den schweren Umständen umgegangen. Am meisten gefiel mir der gesellschaftliche Zusammenhalt innerhalb der Nachbarschaft in schwierigen Situationen. Meine Eltern und meine Nachbarn halfen immer so gut es ging denjenigen, die am schwersten betroffenen waren. Sie brachten mir bei, dass wir zusammen stärker sind und auch so am besten im Leben weiterkommen.

Von klein auf waren mir die Problematiken Chocós in all ihren Facetten bewusst. Es ist eine abgeschiedene Region, verwickelt in Armut und Korruption. Die verantwortlichen Politiker bevorzugen es, sich Gelder in die eigene Tasche zu stecken, anstatt damit der Allgemeinheit und vor allem den benachteiligten Kindern zu helfen. Kinder, die an Unterernährung leiden und keinen Zugang zu existenziellen Bedürfnissen, wie bspw. der Gesundheitsversorgung oder Bildung haben.

Als ich zwölf Jahre alt war, zog meine Familie nach Barranquilla, eine Stadt an der Karibikküste im Norden Kolumbiens. Das war ein starker Kontrast zu unseren bisherigen Lebensverhältnissen. Zuvor hatten wir in einer kleineren Ortschaft im Regenwald gelebt und nun in einer großen Hafenstadt an der trockenen Küste. Wir hielten weiter engen Kontakt zu allen Familienmitgliedern im Chocó und besuchten sie immer zu Weihnachten. Es war mir immer ein Anliegen, eines Tages zurückzukehren, um dort auf irgendeine Weise zu helfen. Als gebürtige Chocoana fühle ich mich verpflichtet, einen kleinen Beitrag für die positive Entwicklung dieser Region beizusteuern.

Wie bist du nach Deutschland gekommen?

Während meines Medizinstudiums in Barranquilla machten einige Kommilitonen Austauschprogramme nach Deutschland und waren in jeglicher Hinsicht begeistert. Mein Bruder absolvierte sein praktisches Jahr am Uniklinikum Mainz und empfahl mir, einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Ein Jahr nach meinem Bruder war es mir möglich, 2015 nach Deutschland zu reisen, die Sprache zu lernen und mein praktisches Jahr zu absolvieren. Viele Freunde, Familie und vor allem meine Eltern halfen mir auf dem Weg hierher. Heute bin ich unendlich dankbar dafür, dass dieser Traum in Erfüllung gegangen ist.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Chocó und Deutschland?

Die Ankunft in Deutschland war für mich ein extremer Wandel, alles ist hier anders. Das tägliche Leben, die Kultur, die sozialen und organisierten Strukturen, die Infrastruktur etc. Einige dieser Unterschiede stechen besonders hervor. Hierzu gehört zum Beispiel die Pünktlichkeit, welche für die Deutschen ja eine wichtige Rolle spielt. Sie zeugt in meinen Augen deutlich von Verantwortungsbewusstsein sowie Respekt für die jeweiligen Mitmenschen. Diesen Wert habe ich hier sehr verinnerlicht.

Auch das Essen in Deutschland unterscheidet sich deutlich von dem in Kolumbien. Vor allem die verwendeten Gewürze verleihen dem Essen einen ganz anderen Geschmack. Obwohl es hier unzählige Sorten an Würsten gibt, wird für mich der Geschmack der chocoanischen Bratwurst immer unerreicht bleiben. Sie bleibt für mich die beste Wurst der Welt.

Etwas, das ich sehr bewundere, ist das deutsche Gesundheitssystem. Es ermöglicht allen einen Zugang zu qualitativer Versorgung, unabhängig vom sozialen Status oder Herkunft. Für mich als Ärztin ist es ein Privileg, all diese Erfahrungen hier sammeln zu können. Hoffentlich können mir diese Eindrücke dabei helfen, diese zukünftig in Kolumbien umzusetzen, um etwas an der Situation dort zu ändern. In den ländlichen Regionen Kolumbiens haben viele Menschen noch nicht einmal Zugang zu einer kleinen Arztpraxis mit minimaler Ausstattung.

Wie hast du CASA HOGAR kennengelernt?

Durch meine Arbeit am Uniklinikum Bonn habe ich Theodor kennengelernt, den Gründer von CASA HOGAR, mit seiner bemerkenswerten Zielsetzung für den Chocó. Sofort wurde ich auf das Programm aufmerksam und wollte mich umgehend in dieser allgemeinnützigen Organisation engagieren. Ich weiß aus erster Hand um den Zustand der Frauen und Mädchen im Chocó, welche unter extremer Armut leben, begleitet von Unterdrückung durch eine machistisch geprägte Gesellschaft. Dort kann unsere Unterstützung einen echten Unterschied bewirken und den Betroffenen zu einem besseren Leben verhelfen.

Mich faszinierte der Einsatz und die Hingabe aller freiwilligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von CASA HOGAR, welche uns – größtenteils ohne die Menschen in Chocó zu kennen – eine wahre Lektion in Sachen Aufopferung, Herzblut und Solidarität erteilen.

Was motivierte dich, Teil von CASA HOGAR zu werden?

Mir ist bewusst, dass die fundamentalen Bedürfnisse der Mädchen im Chocó, afrokolumbianischer oder indigener Herkunft, derzeit nicht erfüllt werden können. Es gibt kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung oder auch nur sauberem Trinkwasser. Die Mädchen dort kommen ohne diese Privilegien bzw. Grundrechte auf die Welt. Sehr wenige Frauen im Chocó haben einen Schulabschluss und noch weniger besuchen eine Hochschule. Hinzu kommt die machistische Gesellschaftsstruktur in Kolumbien, die vor allem in den abgeschiedenen Regionen die Frauen systematisch unterdrückt und auch von Führungspositionen in der Gesellschaft abhält. In diesem Kontext ist es sehr schwierig für die Mädchen, von einer gewissen Selbstverwirklichung träumen zu können, da das traditionelle Familienbild weiterhin Frauen sehr einschränkt. Diese Hürden sind traurige Realität und es wird noch Generationen dauern, bis sie überwunden sind. Nur wenn wir gemeinsam anpacken, können wir Fortschritte erzielen.

Was ist deine Botschaft an andere Menschen, die CASA HOGAR unterstützen wollen?

Wir verdienen alle eine Chance, unsere Träume verwirklichen zu können, doch manche Menschen benötigen dafür etwas mehr Unterstützung als andere. Als chocoanische Ärztin in Deutschland wurde mir die Möglichkeit gegeben, meinen Traum zu verwirklichen und heute hier mit euch zu sprechen. Ich genieße gewisse Privilegien und hatte deshalb bessere Chancen als anderen aus meiner Heimat, doch wir sollten weltweit alle eine Chancengleichheit haben. Deshalb werde ich alle mir zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um die Mädchen und Frauen im Chocó zu unterstützen. Ich lade jeden herzlich dazu ein, das gleiche zu tun, da wir nur zusammen einen Wandel hervorbringen können. Jetzt oder nie!

Seit Januar 2021 unterstützt Georgia Dreßler (25) das TEAM von CASA HOGAR als Praktikantin. Hier stellen wir sie vor.

Liebe Georgia, herzlich willkommen bei CASA HOGAR. Wir freuen uns sehr, dass du das Team als Praktikantin unterstützt. Was kannst du über dich erzählen?

Ursprünglich komme ich aus Halle, wo ich auch für einen Master in Hispanistik eingeschrieben bin. Davor habe ich einen Bachelor in Translation an der Universität Leipzig abgeschlossen, also Übersetzung und Dolmetschen in Englisch und Spanisch. Seit Anfang Januar bin ich nun Praktikantin bei CASA HOGAR.

Wie bist du auf CASA HOGAR aufmerksam geworden?

Ein Freund in Leipzig hat mir von CASA HOGAR erzählt. Ich dachte mir: Wow, das klingt nach einem tollen Projekt! Zum einen hat mich das Thema Bildung angesprochen. Bildung ist eines der wichtigsten Werkzeuge, die wir haben, um unseren Lebensweg selbst zu gestalten. Ganz besonders gilt das natürlich für so konfliktreiche Regionen wie den Chocó. Zum anderen motivierte mich, dass CASA HOGAR sich für die Förderung von Frauen einsetzt. Diese beiden Aspekte zu verbinden, fand ich besonders klasse.

Wie bist du auf die Idee gekommen, dich bei CASA HOGAR als Praktikantin zu bewerben?

Seit vielen Jahren versuche ich privat so gut es geht auf Nachhaltigkeit und Solidarität zu achten und mir ist zunehmend klar geworden, dass ich mich auch beruflich in eine Richtung bewegen will, die zum Gemeinwohl beiträgt. Im Rahmen eines Praktikums bei CASA HOGAR kann ich wertvolle Erfahrungen und Inspiration für meine Zukunft sammeln. Dass CASA HOGAR gerade zufällig auf der Suche nach einer Praktikantin war, hat natürlich wunderbar gepasst.

Hattest du vor deinem Praktikum bereits Berührungspunkte mit Lateinamerika oder dem Chocó?

In Lateinamerika war ich bereits einige Male: Nach der Schule habe ich einen Freiwilligendienst in Argentinien absolviert. Während meines Bachelor-Studiums war ich in Chile. Von dort bin ich auch nach Kolumbien geflogen und habe das Land drei Wochen lang bereist. Seither weiß ich: Ich will Kolumbien noch besser kennenlernen! Dank des Praktikums bei CASA HOGAR klappt das nun – wenn auch von Deutschland aus.

Welche Fähigkeiten und Talente kannst du bei CASA HOGAR einbringen?

Neben meinen Spanischkenntnissen sind sicher auch meine Erfahrungen aus dem Medienbereich relevant. Parallel zu meinem Studium bin ich seit einigen Jahren beim Uniradio aktiv, moderiere Sendungen und schneide Beiträge. Außerdem habe ich auch immer wieder als freie Autorin Geld verdient. Ich fände es super, wenn ich im Rahmen meines Praktikums auch die Öffentlichkeitsarbeit von CASA HOGAR unterstützen kann.

Du bist nun seit einigen Wochen mit an Bord. Womit hast du dich bisher hauptsächlich beschäftigt?

Vor allem mit Verwaltungs-Tätigkeiten. Ich habe mich zum Beispiel um die Spenden gekümmert, die über Weihnachten hereingekommen sind. CASA HOGAR konnte außerdem gerade ein Förderprojekt mit öffentlichen Geldern ans Land ziehen. Das ist für uns alle eine neue Herausforderung, in die wir uns gemeinsam einarbeiten. Für mich ist es toll, direkt eingebunden zu werden.

Was möchtest du bei CASA HOGAR bewegen?

Ich habe große Lust, die Projekte von CASA HOGAR inhaltlich zu begleiten. So kann ich mitbekommen, was wir vor Ort bewirken können! Daneben fände ich es super, wenn ich die Öffentlichkeitsarbeit unterstützen kann, um die Organisation präsenter zu machen.

Liebe Georgia, danke für das Gespräch – und viel Erfolg in deinem Praktikum!

Danke!

 

 

Wir bedanken uns insbesondere im Namen der Menschen im Chocó bei allen, die in diesem schwierigen Jahr CASA HOGAR unterstützt haben. Bitte bleiben Sie uns verbunden, damit auch im neuen Jahr die Mädchen und jungen Frauen Hoffnung auf eine selbstbestimmte Zukunft haben können!

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie von Herzen ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für 2021.

Was Ihre Spende im Chocó bewirken kann, können Sie auf unserer Spendenseite nachlesen.

CASA HOGAR freut sich über viele Unterstützerinnen und Unterstützer.

Eine ganz besondere ist Sabine Hellmann. Zusammen mit ihrem Familienunternehmen SIGNUM FAIR JEWELS engagiert sie sich für die Mädchen im Chocó – und das mit ganz viel Herzblut.

Die schweizerische Schmuckmanufaktur hat sich dazu eine besondere Kreation überlegt: die Signum HeartCoins. Rund die Hälfte des Verkaufspreises geht an CASA HOGAR!

Die liebevoll gefertigten Coins sind aus feinstem Material: Nämlich aus Max Havelaar Fairtrade Feingold 999.9 aus Südamerika oder aus Recycling Silber. Es gibt die handgefertigten HeartCoins in kleiner (ca. 2.5 g) und größerer (ca. 5 g) Ausführung. Außerdem kann man zwischen verschiedenen eingeprägten Sujets wählen:

  • Das Herz (als Symbol der Liebe)
  • Der Schild (als Symbol des Schutzes)
  • „Colombia“ (dem Vogel – als Wahrzeichen Kolumbiens).
  • Oder aus den vier Elementen: Tropfen (Wasser), Flügel (Luft), Flamme (Feuer) und Blatt (Erde)

Alle Coins haben ein Schlüsselloch in der Mitte, welches für die Neugier steht und dafür, unvoreingenommen immer wieder neue Welten zu erschließen. Eine wirklich tolle Botschaft!

Für Sabine und ihre Familie ist es wichtig, einen Beitrag zu leisten. Das tun sie nicht nur mit ihrem Unternehmen und ihrer Arbeit, die durch höchste Qualität, Transparenz, Nachhaltigkeit und Verantwortung der Natur und den Menschen gegenüber geprägt ist, sondern auch durch ihre Unterstützung von CASA HOGAR.

Vielen Dank, liebes SIGNUM Team, für Eure Unterstützung!

 

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Übersicht der Modelle:

in GOLD

HeartCoin klein aus 999.9 Max Havelaar Fairtrade Gold: ca. 2.5g/9.5mm Durchmesser
erhältliche Sujets: Herz, Schild, Tropfen, Flügel, Flamme, Blatt
550 CHF*

HeartCoin groß aus 999.9 Max Havelaar Fairtrade Gold: ca. 5g/14mm Durchmesser
Herz, Schild, Colombia (Vogel)
960 CHF*

in SILBER

HeartCoin klein aus Recycling-Silber: ca. 1.2g/9.5mm
erhältliche Sujets: Herz, Schild
120 CHF*

HeartCoin groß Recycling-Silber: ca. 4g/14mm
erhältliche Sujets: Herz, Schild
150 CHF*

 

*plus 20 CHF Versandkosten innerhalb Schweiz, nach Liechtenstein, Deutschland und Österreich

Bestellung direkt über die Homepage, per Telefon +41765584132 oder per E-Mail an info@signumfairjewels.ch

Wo in Istmina werden Drogen verkauft? Welche Straßen sollten junge Mädchen meiden, weil Paramiliärs oder Kriminelle unterwegs sind? Und was können die Mädchen tun, wenn sie physisch bedroht oder sexuell ausgebeutet werden? Es sind heftige, furchtbare und bisweilen niederschmetternde Fragen, die die 100 Mädchen zwischen sechs und 17 Jahren beschäftigten, die an unserem Projekt „Apoyo psicosocial“ teilnahmen. Doch genau jene Fragen entsprechen der Lebensrealität der Mädchen.

Im Rahmen unseres Projekts „Apoyo psicosocial“ tauschten sich hundert Mädchen aus Istmina ein Jahr lang über alltägliche Bedrohungen wie Kriminalität, Drogenkonsum und sexuellen Missbrauch aus – unter Anleitung von Pädagogen.

Das Projekt wurde von der Diözese Istmina-Tadó durchgeführt und von CASA HOGAR und dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ unterstützt. Gemeinsam konnten für das Projekt 42.000 Euro aufgebracht werden. Die Workshops mit den Kindern und Jugendlichen liefen über ein Jahr und fanden meist zwei Mal in der Woche statt. Im Juli 2020 wurde das Projekt abgeschlossen. „Der Andrang war so groß, dass nicht alle interessierten Mädchen teilnehmen konnten“, erzählt Laura Morales von CASA HOGAR. „Gerne wollen wir das Projekt daher fortsetzen.“

Die teilnehmenden Mädchen wohnen allesamt in ökonomisch benachteiligten Vierteln Istminas, die von Kriminalität überschattet werden. Viele von ihnen wurden aus ihren Dörfern vertrieben und sind in Istmina gelandet. Sie trafen sich regelmäßig in Kleingruppen, um gemeinsam mit Pädagogen und Sozialarbeitern über die Risiken ihres Alltags zu sprechen. Im Rahmen des Projekts erarbeiteten sie auf spielerische Art Lösungen für die Bedrohungen und stärkten ihr Selbstbewusstsein durch das Sprechen über Werte wie Familie, Freundschaft oder Solidarität.

Laura Morales hatte die Möglichkeit, an einem der Workshops in Istmina teilzunehmen. „Das Projekt war für mich unglaublich beeindruckend“, erzählt sie. Insbesondere die Schicksale der Mädchen haben sie sehr mitgenommen: Ein 13-jährigen Mädchen berichtete, dass sie von einem 30-jährigen Mann „mit Geld versorgt“ werde. Eine 12-Jährige erzählt, dass sie bis spät in die Nacht auf Partys mitgenommen wird, weil sie für eine solche „Bailadita“ 500.000 Pesos (ca. 130 Euro) bekommen könne.

In dem Projekt lernen die Mädchen, dass es nicht in Ordnung ist, von Männern angefasst zu werden – und dass sie nicht alles erlauben müssen. In aktiven Übungen demonstrieren die Pädagogen den Mädchen, welche Berührungen für ihr Alter okay sind und welche nicht. Sie erarbeiten, welche anderen Methoden es gibt, um Geld zu verdienen und welche Werte für ein glückliches Leben wichtig sind. Außerdem bekommen sie Aufgaben für Zuhause, damit sie auch außerhalb der Treffen beschäftigt und weniger anfällig für nicht-kindgerechte Angebote sind. Damit das Projekt noch nachhaltiger ist, werden auch die Eltern der Mädchen in das Projekt eingebunden.

„Die Mädchen fühlen sich von dem Projekt gestärkt und haben sich sehr positiv entwickelt“, erzählt Laura Morales. Die Übungen, der Austausch und der Zusammenhalt stärkten ihr Selbstbewusstsein und schenkten ihnen andere Perspektiven für ihren Alltag und ihre Zukunft. „Die Mädchen wünschen sich eine Fortsetzung. So könnten nicht nur sie, sondern auch andere Kinder von der psychologischen Betreuung profitieren.“

 

Aktuell arbeiten wir vor allem an der Ausstattung eines Lernraums: Noch in diesem Monat soll ein richtiger Rückzugsort entstehen, an dem sich die Mädchen voll und ganz konzentrieren und Zeit und Ruhe für sich haben können. Das beinhaltet neben geeigneten Tischen und Stühlen natürlich auch den Zugang zu Büchern und einem Computer.

Außerdem steht der Installation eines Wassertanks nun fast nichts mehr im Weg! Neben diesen größeren Anschaffungen beteiligen wir uns natürlich auch weiterhin an den laufenden Kosten für Casa Hogar Niña María. Neben Essen, Wasser und Strom sind das beispielsweise Schulmaterialien und Hygieneartikel.

Aktuelle Situation mit zwei Aufbereitungstanks (oben) und einen Sammeltank (unten)
Hier sollen die zusätzlichen Sammeltanks aufgestellt werden
Ein Stolperstein, der hoffentlich bald aus dem Weg geräumt werden kann, ist der leider andauernde Baustopp der Einzäunung um das Gelände des Wohnhauses. Bischof Monseñor Mario de Jesús ist diesbezüglich bereits diplomatisch im Einsatz, eine Lösung ist also in Sicht.

Parallel wird am Design für das Wohnhaus gearbeitet und ein Treffen mit allen Beteiligten vor Ort ist geplant. Damit sich dann auch wirklich alle wohl fühlen und indirekt und direkt Beteiligte weiterhin voll hinter dem Projekt stehen können und wollen. Es bleibt spannend!

Wir schulden euch ein Update! Es ist viel passiert in letzter Zeit, der Schulausbau des Colegio Diocesano schreitet mit großen Schritten voran, und wir sind zuversichtlich, dass diese unserer vielen Baustellen bald erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Die fünf Mädchen des Casa Hogar Niña María lernen derweil gemeinsam mit den anderen Schülern des Colegio fleißig weiter. Wir freuen uns riesig, dass dank des RC Euskirchen seit Januar eine tägliche Hausaufgabenbetreuung für sie möglich ist, die über die Begleitung beim Lernen weit hinausgeht. Denn Senyora Adelayda steht mit Rat und Tat in allen Lebenslagen zur Seite – man hat schließlich auch mal Anliegen, die nicht direkt mit dem Lernstoff in Verbindung stehen! Das ist also ein wichtiger Beitrag, nicht nur die schulische, sondern auch die seelische und persönliche Entwicklung der Mädchen individuell zu unterstützen.

Photos: © CASA HOGAR 2019

Monseñor Mario de Jesús – so heißt der neue Bischof der Diözese Istmina-Tadó. Im März 2018 hat er sein Amt übernommen. Spätestens seit unserem Besuch bei ihm in Istmina im Sommer und seinem Gegenbesuch bei uns in Bonn und Köln im Herbst setzt er sich mit vollem Elan für die Projekte von CASA HOGAR ein.

Mario de Jesús ist ein eher stiller Mensch, keiner, der sich in die erste Reihe drängt oder mit flammenden Reden die Menschen in Bann schlägt. Aber er ist zupackend und strukturiert, er weiß sich durchzusetzen und er regelt die Dinge, die geregelt werden müssen – und nicht zuletzt: er kann auch loslassen und delegieren, wenn er erkennt, dass ein*e andere*r die anstehende Aufgabe besser lösen kann. Für CASA HOGAR ist er ein unschätzbarer Gewinn, und die Zusammenarbeit gestaltet sich bisher äußerst positiv: schriftliche Garantien über Grundstücksnutzungsrechte, Einrichtungen von Institutionen, Unterstützung bei Baumaßnahmen – die Fortschritte, die wir mit ihm gemeinsam in erst relativ kurzer Zeit machen konnten, sehen nicht spektakulär aus, sind aber ungeheuer wichtig und sichern unsere Entwicklungszusammenarbeit langfristig und nachhaltig ab.

Mit seiner unprätentiösen, klaren Art hat er die Menschen in seinem Bistum für sich gewinnen können und öffnet so auch für CASA HOGAR viele Türen. Wir blicken freudvoll-gespannt auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm und gehen die nächsten Schritte sehr zuversichtlich an!

Die „Alten Bekannten“, Deutschlands erfolgreichste A-Cappella-Pop-Gruppe und Nachfolgeband der WISE GUYS, sind diesen Herbst endlich wieder in Euskirchen zu hören. Am 21.9. singen sie um 20.00 Uhr im City-Forum ein Benefizkonzert zugunsten von CASA HOGAR und von Misereor. Karten sind an allen Vorverkaufsstellen erhältlich, sowie im Ticketshop des City-Forums Euskirchen und unter der Tickethotline: 02405 / 40860

Es ist unser Kernprojekt, das erste große Ziel, mit dem wir 2015 unsere Arbeit begonnen haben: ein Wohnhaus, in dem 20 Mädchen sicher und geborgen wohnen und die Schule „Colegio Diocesano San José“ besuchen können. Nachdem dank unserer Unterstützer die Finanzierung schnell gesichert war, nahm der Bau im Jahr 2016 zunächst gute Fahrt auf. Allerdings wurden 2017 Mängel an der Statik festgestellt, derentwegen die Arbeiten zunächst unterbrochen und Untersuchungen angestellt werden mussten. Verschiedene Fachleute kamen zu verschiedenen Ergebnissen. Einig waren sie sich, dass der Bau in der bestehenden Form zu instabil ist, um als Wohnhaus genutzt werden zu können. Uneinigkeit herrschte in der Frage, ob die gefundenen Mängel zu einem lohnenden Preis behoben werden könnten. Diese Unklarheit besteht leider bis heute, sodass die Bauarbeiten nicht wiederaufgenommen worden sind.

Aber CASA HOGAR war deshalb in der Zwischenzeit nicht untätig, im Gegenteil: Da wir uns alle einig sind, wie wertvoll und notwendig ein solches Wohnhaus für die potenziellen Bewohnerinnen wie für Istmina insgesamt ist, haben wir erreichen können, dass uns das Bistum Istmina-Tado ein kleineres Haus zunächst für fünf Mädchen zur Verfügung stellt. Dieses Haus, von den Mädchen selbst „Casa Hogar Niña María“ getauft, ist seit Anfang 2018 in Betrieb. Die Mädchen fühlen sich dort unter der Betreuung von Schwester Belkis und Schwester Elena äußerst wohl und genießen es, im Colegio Diocesano (finanziert durch Stipendien) zu lernen.

Gleichzeitig haben wir uns entschlossen, mit dem Bau des großen Wohnhauses fortzufahren, allerdings zunächst nicht mit dem bereits begonnenen Teil, dessen statische Probleme nach wie vor ungelöst sind, sondern mit einem neuen Trakt. Erste Zeichnungen, Baupläne und Kostenvoranschläge liegen uns vor und befinden sich derzeit in der Prüfung. Wir sind zuversichtlich, 2019 mit dem Bau eines soliden und großen Wohnhauses beginnen zu können. Gleichzeitig prüfen wir weiterhin, ob und wie das bereits begonnene Gebäude noch nutzbar gemacht werden kann. Im ungünstigsten Fall werden wir um einen Abriss nicht herumkommen. Im besten Fall findet sich eine kostengünstige Verstärkung der Struktur, sodass wir den Bau wie ursprünglich geplant werden nutzen können. Die Idee des Wohnhauses sah ja ohnehin die Möglichkeit einer späteren Aufstockung vor, denn der Bedarf vor Ort ist riesig.

Und: Aktuell wird sogar schon wieder gebaut, allerdings noch nicht am Wohnhaus selbst, sondern zunächst an einer Umfriedung des gesamten Geländes. Wenn Sie die Aktivitäten von CASA HOGAR schon länger verfolgen, haben Sie mitbekommen, dass der Bau des Wohnhauses auch durch die Machenschaften der sogenannten „invasores“ schwer behindert wurde. Die „invasores“ sind eine kriminelle Gruppe im Chocó, deren Geschäftsmodell darin besteht, sich widerrechtlich und mitunter gewaltsam Immobilien oder Grundstücke anzueignen. Sie dringen auf Baustellen ein, behaupten mit gefälschten Papieren, das zu bebauende Grundstück gehöre eigentlich ihnen, und unterstreichen ihre Ansprüche mit Waffengewalt.

In Deutschland würde man zur Polizei und zum Grundbuchamt gehen, und die Sache wäre schnell geklärt. Das ist in Istmina gleichwohl nicht so einfach möglich, und darauf spekulieren die invasores: Ein Grundbuchamt mit derselben unbestechlichen Gründlichkeit des hiesigen Systems gibt es dort nicht. Gerichtsverfahren sind langwierig und teuer und ein guter Ausgang ist auch bei vermeintlich eindeutiger Lage aufgrund von Korruption keineswegs sicher. Deshalb scheuen viele Opfer der invasores den aufreibenden und wenig hoffnungsvollen juristischen Weg und überlassen den invasores lieber das Feld.

Mit einer Umfriedung um das Gelände wird das Risiko, zum Opfer von Angriffen der invasores zu werden, deutlich minimiert. Es werden klare – juristische wie physische – Verhältnisse geschaffen. Da auch das kleine „Casa Hogar Niña María“ sich direkt neben dem Gelände befindet, auf dem das neue Wohnhaus entstehen soll, können „unsere“ fünf Mädchen auch schon den geschützten Bereich zum unbesorgten Spielen und Toben nutzen.

Der Dezember ist der ideale Monat, um nochmal Bilanz zu ziehen, bevor alle im Festtagstaumel zwischen den Jahren verschwinden. Deswegen wollten wir die Gelegenheit nutzen, euch nochmal auf den letzten Stand zu bringen und das vergangene halbe Jahr Revue passieren zu lassen, was den Baufortschritt in Istmina anbelangt.

Räume mit Trennwänden im ersten Stock


Etwas mehr als fünf Monate ist es jetzt her, dass der Ausbau des Colegio Diocesano San José begonnen hat. Es bleibt noch viel zu tun – aber das, was bereits getan ist, lässt sich sehen. Wir sind wirklich froh, dass derzeit alles so gut läuft: An einem Flügel der Schule ist das zweite Stockwerk schon recht weit ausgebaut, und man kann sich vorstellen, dass hier in nicht allzu weit entfernter Zukunft Kinder lernen können. Inklusive des Daches und der Trennwände sowie einer Rampe für den barrierefreien Zugang sind fundamentale Schritte erfolgreich abgeschlossen.

Grundgerüst am anderen Flügel


Am anderen Flügel ist der Ausbau noch nicht ganz so weit fortgeschritten, aber das Grundgerüst steht auch hier bereits. Einige der Schüler müssen für die Zeit des Baus umziehen, aber um für so wenig Störung wie möglich zu sorgen, findet der Ausbau in Phasen statt und die Flügel werden nacheinander aufgestockt: Unterrichtet wird immer dort, wo gerade nicht gebaut wird. So kann der Schulalltag möglichst normal weitergehen, und das Team arbeitet sich Stück für Stück vor. Derzeit sind Ferien; eine Zeit, die wir gut nutzen wollen, weil wir jetzt wirklich niemanden stören.

Im Hintergrund der erste Bauteil, im Vordergrund der zweite


Und wenn alles fertig ist, haben 459 statt der derzeit 202 Schüler Platz. Alle Jahrgänge können angeboten werden, inklusive der zwei Jahrgangsstufen, die zum Erhalt der Hochschulzugangsberechtigung absolviert werden müssen. Dafür ändern sich nicht nur die räumlichen, sondern auch die inhaltlichen Gegebenheiten an der Schule. Das Lehrangebot wird erweitert, und die Ausstattung der Schulräume wird in Zukunft all das beinhalten, was für eine hochwertige Ausbildung in allen Fächern benötigt wird. Das heißt auch, dass es endlich Laborräume für den Chemie- und Physikunterricht geben wird. So kann das CASA HOGAR Team, mit eurer Hilfe, zu einem gleichberechtigten Bildungszugang und einer soliden Studiumsvorbereitung beitragen, denn das Colegio ist zwar eine Privatschule, erlässt Kindern aus sozial schwachen Familien aber das Schulgeld.

Es ist also viel passiert, und es wird noch viel passieren. Wir bedanken uns beim gesamten Team, insbesondere auch dem Rektor der Schule, Padre Doney, für die wunderbare Zusammenarbeit, und euch für die tatkräftige Unterstützung auch in schwierigeren Zeiten.

Wir wünschen euch eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start in ein zufriedenes neues Jahr!

startsocial ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des ehrenamtlichen sozialen Engagements und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Unter dem Motto „Hilfe für Helfer“ vergibt startsocial jährlich 100 viermonatige Beratungsstipendien. Der Wettbewerb wird seit 2001 veranstaltet und ist damit Pionier in der Beratung ehrenamtlich getragener sozialer Initiativen in Deutschland.

Vom Know-How, das startsocial vorzuweisen hat, wollten wir natürlich auch gerne profitieren. So haben wir uns beworben – und sind tatsächlich ausgewählt worden. Zwischen November 2018 und Februar 2019 werden wir nun professionell gecoacht werden. Wir erhalten wertvolle Tipps, wie wir unsere Arbeit noch effizienter, zielstrebiger, sinnvoller, kurz: besser machen können als bisher.

Und weil bei den startsocial-Wettbewerben in jeder Wettbewerbsrunde rund 500 Fach‐ und Führungskräfte als ehrenamtliche Coaches und Juroren ihr Know‐how einbringen, gilt die erfolgreiche Teilnahme mittlerweile übrigens als ein Gütesiegel freiwilligen Engagements in Deutschland. Wir freuen uns also nicht nur auf wertvollen Input in der nahen Zukunft, sondern sind schon jetzt sehr dankbar für die uns zuteil gewordene Anerkennung!

Es haben sich ein paar Neuigkeiten angesammelt, seit wir das letzte Mal aus Istmina berichtet haben. Die erste Neuigkeit ist eine ganz und gar hervorragende: Die ersten fünf Mädchen wohnen in unserem CASA-HOGAR-Haus, leben dort sicher und gut versorgt von unseren Schwestern Belkis Yolanda und Elena Luisa! Anfang Februar 2018 sind sie eingezogen und besuchen seither auch den Schulunterricht am Colegio Diocesano.

Vier der Mädchen sind indigen, eine ist afrokolumbianisch, alle im Alter zwischen acht und 14 Jahren. Auf Anraten unserer Experten verzichten wir schweren Herzens auf eine namentliche Vorstellung der Mädchen, auch wenn dies schön wäre und sicher noch einmal eine andere, persönlichere Verbindung herstellen könnte. Aber die Erfahrungen aus der Entwicklungszusammenarbeit legen nahe, dass Menschen, die Teil von Projekten wie CASA HOGAR sind, dafür im späteren Leben mitunter Stigmatisierungen ausgesetzt sind — und das wollen wir den Mädchen natürlich, so gut es geht, ersparen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Für uns ist es natürlich phantastisch, dass unser Kernprojekt, der Ursprung unseres Engagements, jetzt an diesen Punkt gelangt ist, dass des jetzt diesen für uns durchaus historischen Meilenstein „Einzug der ersten Bewohnerinnen“ passiert hat. Einerseits.

Andererseits enthält die frohe Kunde auch einen gewaltigen Wermutstropfen: Das Haus, in dem die fünf Mädchen wohnen, ist leider nicht das von uns gebaute. Unser eigentliches, großes CASA-HOGAR-Haus, das Projekt, mit dem unser Engagement ursprünglich begann, ist derzeit leider immer noch eine Baustelle, weil noch immer nicht definitiv geklärt werden konnte, wie die Defizite an den Fundamenten des äußerlich eigentlich schon fast fertig scheinenden Baus behoben werden können. Gemeinsam mit den Architekten und Bauingenieurinnen vor Ort machen wir Fortschritte, aber es sind kleine Fortschritte, die deutlich langsamer erfolgen, als wir alle uns das wünschen würden.

(Foto: Jenn Fabray)

Darum haben wir uns im Rahmen unseres letzten Besuchs in Kolumbien bei der Diözese Istmina-Tadó dafür eingesetzt und schließlich erwirkt, dass uns ein leerstehendes, voll funktionsfähiges – jedoch eben kleineres – Haus als Zwischenlösung zur Verfügung gestellt wird. Die Wohnbedingungen im „kleinen CASA-HOGAR-Haus“ sind sehr gut, das Haus ist solide, mittlerweile ordentlich ausgestattet und bietet für fünf Mädchen und zwei Schwestern bequem Platz. Es ist klar, dass dies keine Dauerlösung sein kann und auch nicht sein soll. Darum versuchen wir mit unvermindertem Eifer die Fertigstellung des „großen CASA-HOGAR-Hauses“ voranzutreiben, damit endlich die angestrebten bis zu 25 Mädchen vom Schutz des sicheren Wohnortes, der Fürsorge unserer Schwestern und der Schulbildung am Colegio Diocesano profitieren können.

Nicht nur, aber auch deshalb sind unsere Teamer Laura, Angelika und Theo derzeit erneut bei unseren Partnern in Istmina (und Cali, Quibdo, Bogota und an weiteren Orten). Hoffen wir, dass ihre Reise erfolgreich ist, dass sie gute Neuigkeiten mit nach Hause bringen können – und vor allem, dass sie wohlbehalten wiederkommen!

Schon jetzt können Sie auf Facebook Theodors Reisetagebuch verfolgen. Eine Zusammenfassung der Reise wird demnächst aber auch hier an dieser Stelle zu lesen sein.

(Beitragsfoto: Josephine Landertinger Forrero)

Nur wenige Wochen nach dem Start von CASA HOGAR bin ich eher zufällig dazugestoßen, in den dann folgenden zweieinhalb Jahren aber hat unser „kleines“ Projekt mein Leben entscheidend geprägt und jetzt sogar essentiell verändert.
Wer bin ich? Mein Name ist Angelika Schubert, geb. 1981 im schwäbischen Leonberg, aufgewachsen im badischen Karlsruhe. Nach zwei Jahren Freiwilligenarbeit in Dänemark (sechs Monate), Indien (ein Jahr) und Deutschland (sechs Monate), wurde ich durch mein Studium an der Universität Bamberg und der Karlsuniversität Prag schließlich zu einer promovierten Romanistin mit der Schwerpunktsprache Spanisch und den Nebenfächern Slavistik und Erwachsenenbildung. Im Jahr 2012 habe ich in einer Münchner Medizinsoftwarefirma als Localization Manager begonnen und dort ein Qualitätssystem für die Übersetzung in 23 Sprachen aufgebaut und umgesetzt – und schließlich wieder abgegeben, um die Leitung des Produktmanagements zu übernehmen und auch in diesem Bereich die internen Prozesse weiterzuentwickeln und zu etablieren.

Zu CASA HOGAR kam ich durch einen Aufruf von Theodor Rüber über eine Liste von Stipendiaten des Cusanuswerks, in der er Mitstreiter für eine damals noch namenlose Initiative suchte. Ohne Theodor Rüber zu kennen, habe ich mich von seiner Vision für die Mädchen im Chocó anstecken lassen und meine Spanischkenntnisse als Hilfe angeboten. Anfangs arbeiteten wir an der Übersetzung von Kostenvoranschlägen, dem ersten Förderantrag, den Inhalten für die Webseite und flogen schließlich zum ersten Mal nach Kolumbien — wo ich Theo endlich auch persönlich kennenlernte.

Seitdem ist CASA HOGAR ein zentraler Bestandteil in meinem Leben und die Zeit vorher scheint fast unwirklich: die Zeit, als ich noch nicht den Chocó mit seinem großen natürlichen Reichtum und seinen aller Armut und Gewalt zum Trotz fröhlichen Leute kannte; die Zeit ohne regelmäßigen engen Kontakt mit unseren Projektpartnern; die Zeit ohne Förderanträge, Kostenvoranschläge, Baupläne, Analysen, Abrechnungen, …; und vor allem auch die Zeit, als ich noch nicht all die engagierten und lieben Menschen von CASA HOGAR in Deutschland kannte.

Es waren letztlich die beeindruckenden Menschen im Chocó und in Deutschland, die mich gegen meine sichere Stelle in München für eine Stelle bei CASA HOGAR haben entscheiden lassen — allen Risiken zum Trotz. Und so schaue ich gern auf die kommende Zeit. Ich vertraue auf unser tolles, motiviertes Team in Deutschland, unsere verlässlichen Partner vor Ort und auch auf Sie als weiterhin wohlgesinnte Spender.

Ich freue mich auf den Kontakt mit Ihnen!
Sprechen Sie mich gerne jederzeit an, per Email an a.schubert@casa-hogar.de, per Telefon unter 0228- 76368816 oder per Post.

Mit der Intensivierung und Ausweitung unserer Projekte im Chocó und mit dem Wachstum uneres Teams hier in Deutschland hatte der Arbeitsumfang für das Team von CASA HOGAR in den vergangenen Monaten ein nicht mehr verantwortungsvoll leistbares Maß für uns Ehrenamtler*innen erreicht. Da wir unser Engagement jedoch keinesfalls drosseln wollten, war klar, dass wir einer hauptamtlichen Kraft bedurften, die sowohl die Projektkoordination mit unseren Partnern in Kolumbien als auch die Teamkoordination in Deutschland bündeln, überblicken und die Arbeit hier wie dort vorantreiben kann.

Wir hatten das große Glück, mit Dr. Angelika Schubert eine mehr als geeignete Kandidatin für diese komplexe und wichtige Aufgabe bereits als Ehrenamtlerin im Team zu haben. Für CASA HOGAR macht Angelika nun also gewissermaßen ihre Berufung zum Beruf. Sie gibt ihre bisherige Stelle im Management eines Münchner Medizinsoftwareunternehmens auf und wird künftig in unserem neuen Bonner Büro Vollzeit für CASA HOGAR arbeiten. Angelika ist Romanistin und Alt-Cusanerin und nicht zuletzt durch ihre Erfahrungen auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit mehr als qualifiziert.

Dass sie CASA HOGAR von einem sehr frühen Stadium an sehr prägend mitgestaltet hat; dass Sie aufgrund ihrer ehrenamtlichen Reisen in den Chocó all unsere Projektpartner vor Ort persönlich kennt; dass sie also aufgrund ihrer bisherigen Tätigkeiten mit CASA HOGAR in jeder Hinsicht sehr gut vertraut ist – das macht sie nochmal einmal mehr zu unserer absoluten Wunschbesetzung. Durch eine Kooperation mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ e.V. können wir zudem garantieren, dass durch Angelikas Anstellung nicht ein Cent weniger in unsere Projekte in Kolumbien fließt als bisher.

Die Anstellung einer Vollzeitkraft ist für uns ein großer Schritt, fast schon ein Sprung. Wir sind darüber sehr glücklich, weil es verheißt, dass unsere Arbeit künftig noch einmal ein gutes Stück effizienter und professioneller vonstatten gehen wird. Und das ist uns zugleich auch Ansporn: ein solcher Schritt will natürlich durch Ergebnisse gerechtfertigt werden — und für die sind vor allem wir, das Team der Ehrentamtlichen, verantwortlich.

(Foto: Angelika Huber)

Einen spannenden und musikalischen Abend konnten 50 Gäste bei Bücher Bartz erleben. Der Krimi-Autor Hans Jürgen Sittig hat zusammen mit dem Gitarristen Bert Enkel die Gäste mit spannenden, lustigen und nachdenklichen Geschichten und Musik auf eine unterhaltsame Reise durch die Eifel mitgenommen.

Hans Jürgen Sittig, geborener Eifeler und mittlerweile Wahl-Bonner, las aus seinen zahlreichen Eifel-Krimis und trug Gedichte und Geschichten aus seinem Band „Honigmuscheln“ vor. Es wurde gebannt zugehört und so manches mal geschmunzelt, wenn Sittig seine Beobachtungen zu gescheiterten Beziehungen und anderen skurrilen Vorfällen teilte. Bert Enkel sorgte mit Swing, Bossa, Musical und Blues Klängen für die perfekte Abwechslung im Programm.

Ein Abend voller spannender Erzählungen, Witz und toller Musik. Wir sagen ein großes Dankeschön, denn beide Künstler verzichteten auf ihr ihr Honorar, so dass der Erlös voll an Casa Hogar ging.

Wie gibt man Menschen eine Stimme? Jungen Mädchen? Kindern aus dem Chocó?

Man kann ihnen zum Beispiel ein Werkzeug bieten, das ihnen hilft, sich auszudrücken. Papier, Stift, Farben – oder eben auch eine Videokamera. Das hat Josephine Landertinger Forero von Global Eyes Production gemacht, und letzten Herbst mit zehn Mädchen und Jungen bei einem Workshop zum Thema “Die Rolle der Frau” geübt, wie man eine Botschaft audiovisuell so verpackt, dass sie ankommt. Mit von der Partie waren auch unsere Schwestern, vor und hinter der Kamera, und haben die Nachwuchsregisseure aus dem Colegio Diocesano und anderen Schulen Istminas tatkräftig unterstützt.

Ganz abgesehen von der Technik muss man auch wissen, was man eigentlich sagen will. Die angehenden Filmemacher hatten eine sehr eindeutige Botschaft: Du kannst alles werden, was du willst. Du kannst alles schaffen, was du willst. Josephine hat ihnen geholfen, diese Botschaft auf Film zu bannen, hat ihnen die Methode des story boards näher gebracht, die Handhabung der Filmausrüstung, und natürlich das Schauspielern. Zehn Kinder aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen haben so etwas ziemlich Beeindruckendes geschafft. Nach der erfolgreichen Premiere beim Berliner Kurzfilmfestival Filmouflage gibt es das Video jetzt, einmal mit deutschen und einmal mit englischen Untertiteln, auch auf Youtube.

Der letzte Schritt beim “eine-Stimme-geben” ist das Zuhören. Jetzt seid also ihr dran; seht euch das Video an – wir sind uns sicher, es wird euch gefallen! Und weil das Projekt bei allen Beteiligten so gut angekommen ist, ist eine Wiederholung definitiv geplant.

Übrigens:  Im Rahmen des Workshops wurden die Kinder auch einmal gebeten “die stärkste Frau der Welt” zu malen. Zehn verschiedene Kinder, potenziell zehn verschiedene stärkste Frauen – und zehn Mal war das Ergebnis: die Mutter! 🙂

 

… und deshalb umso schöner: Signum Fair Jewels aus der Schweiz widmet CASA HOGAR seine goldenen „HeartCoins” .
25 Prozent des Kaufpreises gehen an unsere Projekte. Wer also mit dem Gedanken spielt, ein geschmackvolles Schmuckstück zu erwerben, gleichzeitig Gutes tun und nicht ausbeuterische Bodenschatzplünderer unterstützen möchte, der wird bei den HeartCoins von Signum Fair Jewels doppelt und dreifach fündig: Nicht nur geht ein Viertel des Kaufpreises an CASA HOGAR, auch stammt das verwendete Gold aus nachhaltigem und vor allem fairem Goldabbau aus Südamerika — und: die HeartCoins sehen einfach gut aus!

Die Geschichte dahinter ist schnell erzählt und ihrer Banalität fast niedlich, auf jeden Fall sehr erfreulich: Sabine Hellmann, Goldschmiedin, Designerin der HeartCoins und Chefin von Signum Fair Jewels hatte sich überlegt, dass ihre Schmuckstücke nicht nur aus fair abgebauten und gehandelten Rohstoffen bestehen und ihre Träger*innen hübscher machen, sondern darüber hinaus noch mehr Gutes wirken sollten, sprich: dass ein Teil des Erlöses einem wohltätigen Zweck zukommen sollte. Nur wem? Eine google-Suche nach den Schlagworten „Kolumbien”, „Gold”, „Frauenbildung” und „Entwicklungszusammenbarbeit” später war Sabine auf CASA HOGAR aufmerksam geworden und von unserem Konzept so überzeugt, dass sie uns nun unterstützt.

Vielen Dank, Sabine, vielen Dank, Signum Fair Jewels! Auf gute, langlebige Partnerschaft!